Katastrophale Zustände für Flüchtlinge an der irakisch-jordanischen Grenze

Besonders Kinder leiden

2.300 Drittland-Flüchtlinge aus Bagdad befinden sich seit dem Fall Husseins an der irakisch-jordanischen Grenze. Zu den gewaltsam aus Bagdad vertriebenen Gruppen gehörten vor allem Palästinenser und iranische Kurden, wenige Sudanesen und Somalis, berichtet die Hilfsorganisation Care. Eine Rückkehr nach Bagdad sei für sie genauso unmöglich, wie eine Rückkehr in die Heimat. Derzeit würden täglich 300 Asylsuchende an der Grenze zum jordanisch-irakischen Niemandsland zurückgewiesen, ohne dass ihr Flüchtlings- oder Asylstatus von der UNHCR geprüft werden könne.

"Nach dem Fall Saddam Husseins wurde mein Haus zerstört", sagt der Palästinenser Mahmoud Sa'id Hamdan. Seine zwei Monate alten Zwillingssöhne starben unter den Trümmern. Die sibenjährige Tochter Zeina, die mit dem Vater und drei Geschwistern das Zelt teilt, schrecke nachts auf, weil Bomben und Schusswechsel ihre Träume bestimmten. Zeinas Mutter liege zur Behandlung schwerer Brandwunden im nahegelegenen Krankenhaus. "Wir haben alles verloren. Uns bleibt nichts als dieses Zelt. Doch hier können wir nicht bleiben. Die Kinder haben Hautreizungen und Atemnot durch die Sandstürme, den Stress und die Angst. Wohin? Ich weiß es nicht."

"Die meisten der Flüchtlinge sind Mittelklassefamilien aus Bagdad. Für sie ist die Überwindung des Fluchttraumas und das Leben in einem Flüchtlingslager bei Wüstentemperaturen von 50 Grad Celsius alles andere als einfach", sagt Carsten Völz, Care Camp Manager. Vor allem die Kinder litten häufig unter Traumen und Angstzuständen, die sich durch Bettnässen, Durchfall, Gewichtsverlust, gesteigerte Aggressivität oder Apathie bemerkbar machten. Zusätzlich führten die Sandstürme zu Hautreizungen und Atemnot. Hilfe für die Kinder tue dringend Not, um gesundheitliche Langzeitschäden zu verhindern.