US-Gewerkschaft verklagt Telefonunternehmen

Abhörung

Die US-Gewerkschaft Communications Workers of America (CWA) hat das Telekommunikationsunternehmen Verizon wegen unauthorisierter Abhörung einer geheimen Telefonkonferenz verklagt. Die CWA beschuldigt Verizon Communications und Verizon Wireless eine Telefonkonferenz der Union am 13. August unauthorisiert abgehört zu haben. Darüber hinaus sollen von der Verizon-Abteilung "Investor Relations" Senior Vizepräsident Thomas Bartlett und CEO Dominic Di Bucci an der Lauschaktion beteiligt gewesen sein, gab die CWA in einer Pressemitteilung bekannt.

Die US-Gewerkschaft hatte am 13. August eine Telefonkonferenz mit 27 Reportern einberufen, um über den Stand der Verhandlungen zwischen der CWA und Verizon Aufschluss zu geben. Darüber hinaus habe die Konferenz die derzeitigen AFL-CIO-Unionspläne enthalten, die CWA-Mitgliedern bei Tarifverhandlungen helfen sollten. Die Telefonkonferenz wurde von AFL-CIO Secretary-Treasurer Richard Trumka und CWA Vizepräsident Larry Cohen geleitet. Nach Beendigung der Konferenz habe CWA erfahren, dass zwei Verizon-Mitarbeiter, Bartlett und Di Bucci, sich unauthorisierten Zugang zu der Telefonkonferenz verschafft hätten. Bartlett und Di Bucci sollen, so die Beschuldigungen der CWA, den Inhalt der Konferenz an andere Verizon-Mitarbeiter weitergegeben haben.

Durch dieses Vergehen beschuldigt die CWA Bartlett und Di Bucci gegen den ?Omnibus Crime Control and Safe Streets Act? verstoßen zu haben. CWA-Präsident Morton Bahr sagte, dass dieses Verhalten von Verizon besonders in der derzeitigen heißen Verhandlungsphase zwischen der Gewerkschaft und dem Telekommunikationsunternehmen sehr kontraproduktiv sei und ein schlechtes Licht auf Verizon werfe. Die CWA wolle mit dieser Klage eine finanzielle Wiedergutmachung und eine öffentliche Verlautbarung von Verizons Taten erreichen.