Preis für Cap Anamur-Gründer Neudeck

Für Verständigung und Versöhnung

Der Gründer der Komitees Cap Anamur, Rupert Neudeck, ist der erste Preisträger des "Marion Dönhoff Preises für internationale Verständigung und Versöhnung". Die Auszeichnung ist mit 20 000 Euro dotiert und wird am 30. November im Hamburger Thalia Theater im Rahmen eines Festaktes verliehen, wie die Dönhoff Stiftung am Mittwoch mitteilte. Den "Marion Dönhoff Förderpreis für internationale Verständigung und Versöhnung" in Höhe von 10 000 Euro erhält der Verein "Heim-statt Tschernobyl e.V.". Der Verein wurde 1991 von dem Theologen Dietrich von Bodelschwingh ins Leben gerufen, um Menschen der verstrahlten Tschernobyl-Zone zu helfen.

Rupert Neudeck gründete 1979 mit Unterstützung Heinrich Bölls das Komitee "Ein Schiff für Vietnam". Aus diesen Anfängen entstand später das Komitee Cap Anamur/Deutsche Notärzte e.V. Seit 20 Jahren ist Neudeck dort tätig, wo Not am Mann ist. Neudecks aktuelles Hilfsprojekt "Die Grünhelme" setzt sich den Angaben zufolge für die christlich-muslimische Freundschaft und den Wiederaufbau in Krisengebieten ein.

Getragen wird die Auszeichnung von der Wochenzeitschrift "Die Zeit", der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und der Marion Dönhoff Stiftung. Aus hunderten von Vorschlägen der "Zeit"-Leser hat die Jury den Preisträger ausgewählt.

Die Auszeichnung erinnert an die Publizistin Marion Gräfin Dönhoff. Sie war seit 1972 Herausgeberin der Hamburger Wochenzeitschrift "Die Zeit". Neben ihrer journalistischen Tätigkeit verfasste sie Bücher zu politischen und zeitgeschichtlichen Themen. Sie starb am 11. März 2002 im Alter von 92 Jahren.