Gericht verbietet Sonar-Versuche der US-Marine

Walschutz

Die US-Marine muss ihre Versuche mit Sonargeräten einstellen. Eine US-Bundesrichterin hat ein entsprechendes Verbot für besonders artenteiche Teile der US-Gewässer erlassen. Argument der Richterin war, dass die Sonargeräte Meeressäuger und Fische gefährdet, berichtet der San Francisco Chronicle. Insgesamt gilt das Verbot über eine Gesamtfläche von 22,4 Mio. Quadratkilometer im Pazifischen Ozean. Nach Sonar-Versuchen der US-Navy waren zahlreiche tote Wale gefunden worden.

Richterin Elizabeth Laporte hat damit eine Fläche von 40 Prozent der US-Hoheitsgewässer im Pazifik unter Schutz gestellt, berichtet die Tageszeitung. Damit bleibt der US-Navy nur noch die Möglichkeit ihre neue Niedrig-Frequenz-Sonartechnologie in weniger artenreichen Gebieten durchzuführen. Bis zum 7. Oktober soll von den Parteien ein Plan zur gerichtlichen Verfügung vorliegen. Nach Ansicht der Richerin verstoße die Technologie gegen verschiedene Gesetze zum Schutz der Umwelt wie etwa den Marine Mammal Protection Act, den Endangered Species Act und den National Environmental Policy Act. Der Streit um die Anwendung von Sonarsystemen beschäftigt die US-Öffentlichkeit schon seit vielen Jahren. Auslöser für den heftigen Streit waren zahlreiche getötete Tiere vor den Bahamas im Jahr 2000. Damals hatte die US-Navy in dem Gebiet Tests durchgeführt.

Die Vertreter der Navy sind über den Vorstoß der Richterin empört. Mehr als zehn Mio. Dollar wurden für die Entwicklung neuer Sonargeräte bereits ausgegeben. Das Projekt sollte noch weitere zwei Jahre dauern und die amerikanischen Seestreitkräfte vor Angriffen feindlicher Staaten sichern. Besonders relativ leise dieselbetriebene U-Boote bereiten den Streitkräften große Sorgen. Für die nationale Sicherheit wollen die Streitkräfte zwei Sonar-Schiffe verwenden, die insgesamt mit 18 Lautsprechern ausgestattet sind und Schallwellen mit einer Frequenz von 250 bis 500 Hertz bis zu 215 Dezibel laut ausstoßen können. Zum Vergleich: Bei 130 Dezibel liegt beim Menschen die Schmerzgrenze, jeweils zehn Dezibel entsprechen einer Verdopplung der Lautstärke. Diese Schallwellen reichen über Hunderte Kilometer weit und können von über 100 Unterwasser-Mikrophonen aufgefangen werden. Damit können U-Boote selbst wenn sie sich bewegen leicht aufgespürt werden.

Tierschützer haben schon mehrmals davor gewarnt, dass Sonarwellen bei den Meeressäugern schwere Schäden in deren Orientierungsystem verursachen können. Darüber hinaus wurden bei gestrandeten Walen mehrfach Verletzungen im Hirn- und Ohrenbereich festgestellt, die zu tödlichen inneren Blutungen führen können, berichtet das Woods Hole Oceanographic Institute.