Jugendliche fordern Klimaschutz & coole Jobs statt Kohle & No Future

Energiegipfel

Einen Cocktail "Energiemix der Zukunft" bieten Donnerstag Abend Jugendliche von Greenpeace den Teilnehmern des zweiten Energiegipfels im Bundeskanzleramt an. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) und Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) treffen sich mit den Chefs der vier großen deutschen Stromkonzerne. Die 16 Greenpeace-Jugendlichen werden um 18.30 Uhr in Blaumännern und Arbeitshelmen mit Symbolen für Wind-, Wasserkraft und Sonnenenergie vor dem Eingang zum Kanzleramt antreten. Sie fordern von der Regierung den massiven Ausbau der erneuerbaren Energien, da diese mehr Arbeitsplätze schaffen als die klimaschädliche Kohleverstromung.

"Die Folgen dieses Energiegipfels werden wir ausbaden müssen", sagt Christin-Louisa Meyer (17) aus Berlin, "deshalb sollte der Kanzler lieber mit uns sprechen anstatt mit der Kohlelobby. Wir wollen keine verkohlte Zukunft, sondern eine Energiewende, die unser Klima schützt und neue Jobs bringt." Christin-Louisa und ihre jungen Mitstreiter engagieren sich im Greenpeace-Jugendprojekt "SolarGeneration" für den konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien. Dabei berufen sie sich auf eine Studie des Umweltbundesamtes: Danach entstehen im Bereich der erneuerbaren Energien 70.000 neue Arbeitsplätze bis zum Jahre 2010, wenn die Bundesregierung den Anteil der erneuerbaren Energien bei der Strom- und Wärmeversorgung bis dahin verdoppelt.

Auf dem Energiegipfel in Berlin geht es vor allem um die Verteilung der so genannten Emissionszertifikate, staatliche Genehmigungen für die Stromkonzerne für den Ausstoß einer bestimmten Menge Kohlendioxid. Greenpeace fordert, dass diese Menge so begrenzt wird, dass Deutschland sein Klimaschutzziel einhalten kann, den Kohlendioxidausstoß bis 2020 um 40 Prozent zu verringern. Sollte Wirtschaftsminister Clement sich mit seiner kohlelastigen Energiepolitik durchsetzen, wird Deutschland dieses Ziel meilenweit verfehlen.

Diesen trüben Aussichten setzen die Jugendlichen im Greenpeace-Projekt "SolarGeneration" Engagement, Spaß und witzige Aktionsideen entgegen. Sie haben in diesem Sommer auf Jugend- und Musikfestivals mit ihrem "SolarTruck" Unterstützung für ihre Vision von einer erneuerbaren Zukunft gesammelt. Nun wollen sie sich bei den Entscheidungsträgern in der Politik Gehör verschaffen, denn, wie Christin-Louisa Meyer sagt: "Die Zukunft ist solar".