Niedersächsische Polizei steigt auf Linux um

Pinguin auf Verbrecherjagd

Auf insgesamt 11.000 neuen PCs der niedersächsischen Polizei wird künftig das freie Betriebssystem Linux laufen. Für das System mit dem Pinguin-Maskottchen hätten der Wegfall der Lizenzkosten und die Tatsache gesprochen, dass dafür weniger leistungsstarke Rechner als bei anderen Betriebssystemen notwendig seien, teilte das Beratungshaus Mummert Consulting mit, unter dessen Fittichen die Umstellung lief.

Darüber hinaus sei die Polizei nunmehr von den Produktzyklen der Softwarehersteller unabhängig. Das offene Betriebssystem sei auch komfortabler und sicherer, Systemabstürze würden kaum auftreten. Die Schnittstellen des Betriebssystems böten außerdem bei der Vergabe von Zugriffsrechten ein hohes Sicherheitsniveau, weil Betriebssystemkern, Systemtreiber und Anwendungsprozesse klar voneinander abgegrenzt seien.

Auf den neuen Linux-Rechnern wird künftig Nivadis laufen, das "niedersächsische Vorgangsbearbeitungs-, Analyse, Dokumentations- und Informations-System". Nivadis wurde von Mummert gemeinsam mit Mitarbeitern des Polizeiamts für Technik und Beschaffung in Hannover entwickelt und kann auch auf Microsoft-Betriebssystemen laufen. Der Hauptvorteil von Nivadis sei, dass Daten, sobald sie einmal eingegeben sind, für weitere Vorgänge übernommen und mit externen Datenquellen abgeglichen werden können. Für die Einführung der Linux-PCs und der neuen Software wurde rund 80 Millionen Euro ausgegeben.