Friedensforschungsinstitut empfiehlt Abschaffung der Wehrpflicht

Keine Gründe für Zwangsdienst

Das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) fordert Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) auf, seinen Widerstand gegen die Abschaffung der Wehrpflicht aufzugeben. Wie die "Berliner Zeitung" in ihrer Freitagausgabe berichtet, wird die Wehrpflicht in einem Positionspapier des Instituts als "antiquierte Wehrform" bezeichnet, "die die Bundeswehr als Hemmschuh bei allen Reformbemühungen mit sich herumtragen muss und die sich immer offensichtlicher als ein Grundübel der akuten Misere der deutschen Streitkräfte herausstellt".

Struck weise in seinen verteidigungspolitischen Richtlinien zwar "den Weg zu einer flexiblen und modernen Einsatzarmee, deren Struktur aber wird weiterhin maßgeblich von zwangsverpflichteten Gelegenheitssoldaten bestimmt", zitiert das Blatt aus dem Positionspapier. Alle sicherheitspolitischen und militärischen Argumente sprächen für Freiwilligenstreitkräfte, für die nach Auffassung des Institutes ein Personalumfang von 200 000 Soldaten "völlig ausreichend" sei. Weder Kosten noch gesellschaftliche Integration oder Nachwuchsgewinnung der Bundeswehr würden die Wehrpflicht begründen.