Restriktive US-Abtreibungspolitik gefährdet Frauen in Afrika

Mehr Aids und ungewollte Schwangerschaften

Eine entwicklungspolitische Richtlinie der USA bewirkt, dass Tausende Menschen in Entwicklungsländern keinen Zugang zu Familienplanung und Gesundheitsversorgung mehr haben. Vor allem arme Frauen sind von den Auswirkungen der so genannten "Global Gag Rule" der US-Regierung unter George W. Bush betroffen, die den Einsatz der staatlichen Mittel der US-Entwicklungshilfe regelt. Dies geht aus einem neuen Bericht von Population Action International hervor, auf den die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung am Dienstag hinwies. Die "Global Gag Rule" legt fest, dass Familienplanungsorganisationen keine Unterstützung aus Mitteln der US-Entwicklungshilfe erhalten dürfen, wenn sie Abtreibungen durchführen oder zu dem Thema beraten. Diese Regelung trifft jedoch insbesondere Familienplanungsorganisationen in Entwicklungsländern, die bislang mit den Mitteln der US-Regierung die Versorgung der Bevölkerung mit Familienplanung und andere Gesundheitsleistungen finanziert haben.

"In der Konsequenz bedeutet diese Richtlinie, dass mehr Frauen ungewollt schwanger werden, es zu mehr Abtreibungen kommt und sich mehr Menschen mit HIV/Aids infizieren", kritisiert auch die stellvertretende DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr.

Der Bericht Access Denied: U.S. Restriction on International Family Planning hat erstmals die weitreichenden Folgen dieser Politik in Ländern wie Äthiopien, Kenia, Rumänien und Sambia untersucht. In Kenia etwa mussten dem Bericht zufolge drei Familienplanungszentren schließen, weil sie nicht mehr gefördert wurden. Allein in Mathare, einem Slumgebiet in Nairobi, leben seit der Schließung eines dieser Zentren rund 300.000 Menschen ohne Gesundheitsversorgung.