Abstimmung über Haltungsverbot für Wildtiere im Zirkus

Gefährdet

Am heutigen Freitag stimmt der Bundesrat über ein Haltungsverbot von Wildtieren im Zirkus ab. Zudem soll ein Bundeszentralregister zur Erfassung von Zirkusbetrieben mit Tierhaltung eingerichtet werden. Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten erwartet, dass die Empfehlung des Agrarausschusses im Bundesrat eine breite Mehrheit findet und fordert von der zuständigen Bundesministerin Renate Künast, den Entschließungsantrag schnell umzusetzen. Die Tierschützer fordern ein Haltungsverbot für alle Wildtierarten im Zirkus. "Die Haltungsbedingungen sind auch für Tiger, Löwen, Giraffen, Flusspferde, Nashörner, Robben und Wölfe aus Sicht des Tierschutzes untragbar", erläutert Elke Körner, Wildtier-Referentin von Vier Pfoten.

"Das bestätigen wissenschaftliche Gutachten und Stellungnahmen." Selbst Minimalanforderungen würden in der Praxis von vielen Zirkusbetreibern nicht eingehalten.

"Ein weiteres grundsätzliches Problem an der jetzigen Situation sind die Vollzugsschwierigkeiten", ergänzt Körner. Selbst bei groben Verstößen gegen das Tierschutzgesetz seien den Amtsveterinären und Behörden oft die Hände gebunden. Geeignete alternative Unterbringungsmöglichkeiten, wie Auffangstationen oder freie Plätze in gut geführten Tierparks fehlten. Deshalb würden die Tiere häufig nicht beschlagnahmt und müssten weiter unter den erbärmlichen Umständen leiden. Nur ein Haltungsverbot für Wildtiere im Zirkus könne hier mittelfristig Abhilfe schaffen."

Zuvor hatte sich der Agrarausschuss des Bundesrates auf ein grundsätzliches Haltungsverbot von Wildtieren, insbesondere von Affen, Bären und Elefanten im Zirkus verständigt.