Sommer 2003 brachte Rekord-Ozonbelastung in Europa

Hohe Ozonwerte auch in den nächsten Jahren

Die gesundheitsschädliche Ozonbelastung der Luft war in diesem Sommer in weiten Teilen Europas so hoch wie noch nie zuvor während der letzten zehn Jahre. Besonders hohe Ozonwerte wurden während der anhaltenden Hitzewelle im August gemessen, so eine erste Auswertung der Europäischen Umweltagentur. Das ungewöhnlich heiße und sonnige Wetter, verbunden mit hauptsächlich durch Verkehr, Industrie und Vegetation bedingten Schadstoffemissionen, führte zu lang anhaltenden Perioden mit hohen Konzentrationen von bodennahem Ozon in weiten Teilen Europas. Solche schädlichen Ozonkonzentrationen werden sich nach Einschätzung der Europäischen Umweltagentur in den nächsten Jahren in Sommern mit überdurchschnittlich hohen Temperaturen wiederholen.

Erst wenn der Ausstoß der so genannten Vorläufersubstanzen, aus denen bodennahes Ozon entsteht, massiv verringert wird, sei mit einer Besserung zu rechnen. Die Behörde erwartet dies bis zum Jahr 2010. Zwischen 1990 und 2000 sind die Emissionen der wichtigsten Ozon-Vorläufersubstanzen - Stickstoffoxide und flüchtige organische Nichtmethanverbindungen (NMVOC) - in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union bereits um etwa 30 Prozent gesunken. Die EU-Gesetzgebung, mit der ab 2010 einzuhaltende nationale Emissionshöchstgrenzen für diese und andere Schadstoffe festgelegt werden, soll eine weitere Reduktion um 30 Prozent bewirken.

Die Anzahl der Stunden, in denen während des Frühlings und Sommers die Ozonkonzentration an jeder Überwachungsstation über dem Grenzwert von 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft lag, betrug 31 Stunden im EU-Durchschnitt und war somit so hoch wie nie zuvor. In Frankreich wurde die bisherige seine Höchstdauer, die vor neun Jahren gemessen wurde, um ein Drittel überschritten. Die am stärksten betroffenen Gebiete waren der Südwesten Deutschlands, die Schweiz, der Norden und Südosten Frankreichs, Belgien , Nord- und Mittelitalien sowie Zentralspanien. Diese Regionen zählen zu denjenigen, wo die Emission von ozonfördernden Schadstoffen durch den Verkehr und die Industrie besonders hoch liegt.

Im Gegensatz zur stratosphärischen Ozonschicht, die gegen gefährliche Sonnenstrahlung schützt, kann bodennahes Ozon erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen des Menschen verursachen und Ökosysteme, Kulturpflanzen und Materialien schädigen. Bodennahes Ozon entsteht, wenn die Vorläufersubstanzen mit Sonnenlicht reagieren. Hohe Temperaturen sorgen für eine Verschärfung der Situation, da sie zu einer erhöhten Emission von flüchtigen organischen Nichtmethanverbindungen aus Pflanzen und aus vom Menschen verursachten Quellen wie Lösungsmittel führen.