Deutsche Sektion von EUROSOLAR hat die Deutschen Solarpreise 2003 verliehen

10 Jahre Deutscher Solarpreis

Die von der Deutschen Sektion von EUROSOLAR alljährlich verliehenen Deutschen Solarpreise sind am Sonnabend im KunstMuseum Bonn in neun verschiedenen Kategorien verliehen worden. Den Städtepreis erhielt die Gemeinde Körle im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis für ihre Energieprojekte zur Förderung Erneuerbarer Energien, die von der Agenda-21-Gruppe der Gemeinde sowie der Gemeindeverwaltung und dem Bürgermeister vorangetrieben wurden.

Den Unternehmenspreis erhielt die Wasserkraft Volk AG in Gutach/Breisgau. Ihre Nullemissions- und Plusenergie-Schwermaschinen-Turbinen-Fabrik ist seit ihrer Fertigstellung die erste CO2-emissionsfreie und energieautarke Fabrik dieser Art, die die für Produktion und laufenden Betrieb benötigte Energie autark durch den Einsatz zweier Wasserkraftturbinen produziert und die überschüssige Energie an den öffentlichen Markt abgibt.

Das Forum Ökologie Traunstein nahm den Preis für lokale oder regionale Vereine für ihre Energie-Initiative "Sonnenstrom vom Watzmann bis zum Wendelstein" entgegen. Diese Interessengemeinschaft aus Handwerk, Umweltverbänden, Banken und der Kommunalpolitik hat sich das Ziel gesetzt, in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land neue Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von 3000 kW zu errichten. Diese Ziele wurden bereits weit übertroffen - es sind bereits mehr als 7300 kW bis heute installiert worden.

Den Preis für solares Bauen erhielt die Software AG Stiftung für das Ulmer Bürogebäude "Energon", das 420 Mitarbeitern als Arbeitsplatz dient und aufgrund seines hervorragenden Energiekonzeptes rund 175 Tonnen CO2 pro Jahr einspart.

Der Medienpreis ging an Rolf Hug für das seit 1997 existierende Internetportal "www.solarserver.de", der alle relevanten Informationen und Adressen rund um Erneuerbare Energien online anbietet, und sich mittlerweile einer Besucherzahl von rund 40.000 pro Monat erfreut.

Den Bildungspreis erhielt die Energieagentur Alexander-von-Humboldt-Schule Viernheim e.V., eine "Schülerfirma" in Vereinsform mit eigener Satzung und Geschäftsordnung, die seit 1994 dem Schulträger Kreis Bergstraße Projekte zur Energieeinsparung vorschlägt und diese nach dessen Zustimmung verwirklicht. Die eingesparten Mittel werden nach dem Prinzip des "Contracting" über die eingesparten Energiekosten refinanziert. Durch diese direkte Projektintegration werden Jugendliche durch eigene Erfahrungen und Erfolge für den Klimaschutz gewonnen und im verantwortungsbewussten Umgang mit Energie geschult.

Der Sonderpreis für besonderes ökologisches persönliches Engagement ging an das Ehepaar Alfred und Rosario Almeida Ritter, die unter anderem den CO2-Ausstoß in der eigenen Schokoladenfabrik binnen zwei Jahren um die Hälfte gesenkt haben. Ein gasbefeuertes Blockheizkraftwerk liefert ca. 30 Prozent des Stroms sowie ca. 70 Prozent des Wärmebedarfs des Unternehmens. Der Reststrombedarf wird von den Elektrizitätswerken Schönau bezogen, die ausschließlich regenerative Energien zur Stromerzeugung verwenden.

Weiterhin betreibt die Familie Ritter ein agro-forstliches Projekt zum ökologischen Anbau von Kakao, der zu einem fair gehandelten Preis abgenommen wird. Zudem werden ein ökologischer Gewerbepark, Bürogebäude dreier Unternehmen und eine Siedlung fast vollständig mit solaren Energieträgern versorgt. Auch mit seiner Firma Paradigma, die auf die Herstellung von Solar- und Holzpellets-Heizsystemen spezialisiert ist, setzt das Ehepaar Ritter auf Erneuerbare Energien. Das Beispiel Ritter zeigt, dass ökonomischer Erfolg und nachhaltiges Wirtschaften auf erfolgreiche Weise in Einklang zu bringen sind.