"Foodwatch" beklagt gravierende Mängel bei der Futtermittelherstellung

Eineinhalb Jahre nach Nitrofen

Die Verbraucherorganisation "foodwatch" beklagt gravierende Mängel bei der Futtermittelherstellung. Eineinhalb Jahre nach dem Nitrofen-Skandal seien den "vollmundigen Aufklärungsversprechen der Politik keine Konsequenzen gefolgt", kritisierte Geschäftsführer Thilo Bode. Erforderlich seien verschärfte gesetzliche Regelungen, die sich an das Lebensmittelrecht anlehenen müssten.

Als Beispiel dafür, wie Futtermittel verseucht werden können, nannte Bode Rüben. So würden Rübenschalen teilweise über Feuern geröstet, die mit Acryllack gestrichenen Brettern angeheizt werden. Da Futtermittel in der Regel nicht auf schädliche Rückstände getestet würden, könnten diese leicht in die Nahrungskette gelangen.

Bode verwies in dem Zusammenhang auf die seiner Darstellung nach unzureichende Gesetzeslage. So müssten betroffene Personen selbst den Nachweis erbringen, dass sie geschädigt wurden. Dies gelte auch dann, wenn eine drastische Überschreitung bestimmter Grenzwerte offensichtlich sei. Bode forderte deshalb, die Vorschriften für Gewinnung, Transport, Lagerung und Verarbeitung von Tierfutter ebenso präzise zu regeln wie im Lebensmittelrecht. Die Organisation fordert ferner einen Straftatbestand Futtermittelverunreinigung.