Mehr Aufmerksamkeit für die Biologische Vielfalt im Alpenraum gefordert

Artenschutz

Wie das aktuelle Wissen zur biologischen Vielfalt im Alpenraum zusammengefasst, die existierenden Schutzabkommen stärker verknüpft und eine zielgerichtete Umsetzung der Konventionen gefördert werden können, ließ das UBA in einem Forschungsprojekt untersuchen. Anfang Oktober 2003 diskutierten an der Europäischen Akademie in Bozen Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Verwaltung und Nichtregierungsorganisationen von sechs Alpenstaaten die ersten Ergebnisse.

Für den Alpenraum sind internationale Verträge, wie die Alpenkonvention (acht Vertragsstaaten und Europäische Union) und die Biodiversitätskonvention (178 Vertragsstaaten weltweit) von besonderer Bedeutung, um dem Verlust biologischer Vielfalt entgegenzuwirken. "Die Vielfalt von Landschaften, Lebensräumen, und Arten - also die Biodiversität - des Alpenraums braucht effektiven Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Eine dauerhafte Erhaltung der Bergökosysteme in ihrer natürlichen und durch den Menschen bedingten Vielfalt muss langfristig sicher gestellt werden", sagt Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA). "Wir verstehen unsere Vorschläge als Impuls zum Umsetzen der Alpenkonvention im Zeitraum des deutschen Vorsitzes der Alpenkonferenz bis 2004."

Sehr gut untersucht sind derzeit die Auswirkungen von Land- und Forstwirtschaft auf die biologische Vielfalt. Weniger Ergebnisse gibt es dazu, wie sich Verkehr, Energiewirtschaft und Siedlungstätigkeit im Alpenraum auf die Biodiversität auswirken.

Angesichts der komplexen Einwirkungen und der zunehmenden Nutzungsanforderungen sind integrative Schutz- und Entwicklungskonzepte dringend erforderlich. Ein vielfältiges Landschaftsbild und die nachhaltige Erzeugung hochwertiger Produkte, zum Beispiel aus traditioneller Land- und Forstwirtschaft im Alpenraum, sind dabei Garanten für die sinnvolle ökonomische Entwicklung.

In einem vorgelegten Thesenpapier werden daher konkrete Beiträge zur Umsetzung der Alpen- und Biodiversitätskonvention durch Projekte gefordert und beschrieben, wie diese konzipiert und durchgeführt werden sollen. Verstärkt müssen ökologische Wechselwirkungen und sozio-ökonomische Verflechtungen in den Projekten berücksichtigt werden. Ein alpenweites Monitoring zu Biodiversität anhand von Indikatoren ist erforderlich.

Von den Organen der Alpenkonvention wird erwartet, dass sie die inhaltlichen und räumlichen Prioritäten des Handlungsbedarfs hierfür erarbeiten und alpenweit bedeutsame Projekte koordinieren. Daten zu Umsetzungsprojekten der Alpen- und Biodiversitätskonvention sollten gesammelt und in einer Plattform für den Erfahrungsaustausch zur Verfügung gestellt werden.

In einem weiteren Thesenpapier wird gefordert, dass künftige Biodiversitätsforschung unter anderem die Landnutzungsänderungen thematisieren, die Folgen einer Klimaänderung aufzeigen und Szenarien für künftige Entwicklungen erarbeiten muss.