Internet-Abzocke mit Satelliten-Dialer

Gefahr Internet Explorer

Internet-Betrüger verlegen sich offenbar immer mehr von 0190-Rufnummern auf andere teure Methoden. Die Informationsseite dialerschutz.de berichtet jetzt von einer neuen Abzock-Methode: Ein bisher unbekanntes Dialerprogramm wählt - Benutzung des Internet Explorer vorausgesetzt - völlig unbemerkt die Nummer zu den Satelliten Emsat oder Italsat und stellt damit eine besonders teure Internetverbindung her. Die Kosten für eine solche Verbindung betragen etwa drei Euro pro Minute und werden von den Betroffenen meist erst anhand der Telefonabrechnung bemerkt.

Waren die illegalen Wählprogramme bisher meist auf eindeutigen Sex-Seiten zu finden, wartet das neue Dialerprogramm auch auf harmlosen Seiten mit Kochrezepten auf ahnungslose Opfer. Download und Einwahl erfolgen über ActiveX und bleibt daher vom User unbemerkt - was allerdings nur mit dem weit verbreiteten Internet Explorer des Windows-Herstellers Microsoft funktioniert. Andere Browser wie Opera oder Mozilla und andere Betriebssysteme wie Linux oder Mac sind nicht betroffen. Nach 30 bis 40 Minuten erfolgt eine automatische Trennung. Die Kosten für das neue Lebkuchen-Rezept per Satellit betragen danach etwa 89 Euro.

Wer hinter der Satellitenrufnummer steckt, ist bisher noch unbekannt. Laut internetfallen.de soll es sich entweder um einen holländischen Betreiber namens 147-1.exe oder um einen italienischen Dialer der Firma 7adpower handeln. Die Verbindungen über die Telefonnummern 0088 213881 0510, 0088 213881 1225 oder 0088 213881 1582 nutzten die Dienste von Emsat von Eutelsat und Telespazio des Italsat-F2-Satelliten.

Herkömmliche 0190/0900-Sperren schützen nicht vor der Satelliten-Einwahl. Wirksamen Schutz bieten nur entsprechende Hardwarelösungen mit Erlaubnislisten oder die explizite Sperre der Vorwahl 0088 beim jeweiligen Netzbetreiber. Alternativ - und besser, da dadurch nicht nur Dialer-Programme, sondern auch Viren und andere Schadsoftware ausgeschlossen werden - empfiehlt sich der Umstieg auf einen anderen Browser wie Netscape, Mozilla oder Opera. Ebenso ist die Benutzung des e-Mail-Programms Outlook mit vielen Gefahren verbunden; auch hier gibt es kostenlose, aber sichere Alternativen.