Irans Internet-Nutzer bekämpfen staatliche Zensur

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Die iranische Internet-Community sucht Unterstützung bei ihrem Kampf gegen die von Teheran ausgehende Zensur. Wie BBC News am heutigen Freitag, berichtete, haben Hunderte Iraner eine an den UN-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft gerichtete Website genutzt, um ihre Frustration auszudrücken und so den öffentlichen Druck auf ihre Regierung zu erhöhen. Aufgrund der strengen Kontrollen durch Teheran seien die dortigen Service-Provider nämlich gezwungen, Tausende politische und pornographische Seiten zu blockieren. Nachdem in den vergangenen drei Jahren eine große Zahl von Zeitungen und Magazinen verboten worden waren, sei das Internet mehr und mehr zu einem Ort der Information und zu einer Quelle der Kommunikation geworden.

"Die EU-Delegierten können in dieser Angelegenheit eine wichtige Rolle spielen", erklärte der iranische Internet-Publizist Hossein Derakhshan gegenüber den BBC News. "Der Druck der EU hat den Iran damals gezwungen, das Steinigungsgesetz außer Kraft zu setzen, und vielleicht ist dies auch bei der Internet-Zensur möglich".

Vor allem so genannte "Weblogs", in deren Rahmen ein Autor ("Blogger") eine Art von virtuellem Tagebuch führt, sind laut Derakhshan zu einem "dezentralen Netzwerk der freien Information" geworden.

Darum beobachte Teheran das Treiben im Web auch mit Argusaugen. Die Service-Provider selbst stünden zwar nicht unter staatlicher Kontrolle, würden aber durch die Aussicht auf schwere Bestrafung davon abgehalten, eine der über 10.000 gesperrten Websites zugänglich zu machen. Zudem versuche Teheran laut BBC News, den Markt mehr und mehr zu konsolidieren, damit es sich nur noch mit einigen Wenigen anstatt mit einer Vielzahl von Anbietern herumschlagen müsse.