GEW begrüßt nationale Bildungsstandards

"Ein erster Schritt"

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt die Entscheidung der Kultusministerkonferenz zur Einführung nationaler Bildungsstandards. Das sei "ein erster Schritt" zum Umbau des deutschen Bildungssystems, sagte GEW-Chefin Eva-Maria Stange am Freitag im NDR. Die Kultusminister der 16 Bundesländer hatten am Donnerstag beschlossen, für die Fächer Deutsch, Mathematik und erste Fremdsprache bundesweite Standrads für den Abschluss der zehnten Klasse festzulegen. Solche Vorgaben sollen für weitere Fächer der Naturwissenschaften folgen. Mit den nationalen Bildungsstandards sollte eine Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden deutscher Schüler im internationalen PISA-Vergleich gezogen werden.

Stange beklagte zugleich, dass die Standards bisher noch "im luftleeren Raum" stünden. Sie seien nicht eingebettet in ein System von Bildungszielen. Denn die Schule habe auch die Aufgabe, soziale Kompetenz zu vermitteln. Doch sei derzeit noch nicht klar, welche Rolle die Standards dabei spielen sollen.

Die Einhaltung der Standards soll ab 2006 länderübergreifend geprüft werden. Hierzu soll eine unabhängige wissenschaftliche Einrichtung gegründet werden. Für den mittleren Abschluss nach zehn Schuljahren sollen die Standards dann auch für die naturwissenschaftlichen Fächer Biologie, Chemie und Physik gelten.