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Zwei Störfälle im Atomkraftwerk - Sieben Mitarbeiter "leicht" verstrahlt

AKW Fessenheim

Das altersschwache AKW Fessenheim bringt sich wieder einmal selber in Erinnerung. Nachdem vor wenigen Tagen die Pressesprecherin des AKW stolz verkündete, dass das AKW mit 100 Millionen Euro "nachgerüstet" wurde, zeigte sich laut Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) jetzt wieder einmal, dass die Betreiber eher versuchen, das nicht reparierbare Atomkraftwerk "neu zu schminken".

Nach Ansicht von BUND Geschäftsführer Axel Mayer fällt es immer schwer, die Bedeutung und Gefahr eines solchen Unfalls zu bestimmen, da die AKW Betreiber und ihre Presseabteilungen die Definitionsmacht haben und auch schon meldepflichtige Störfälle lange verschwiegen haben. Hier mangele es an objektiven, unabhängigen Kontrollbehörden. Was von den Aussagen der EDF zu halten ist, zeige sich an der Falschaussage, die geringe, innerlich aufgenommen, also nicht abwaschbare Strahlenmenge, wäre ungefährlich. Es gibt aber keine ungefährliche Strahlung. Auch eine geringe Strahlendosis kann Krebs auslösen.

Durch einen "menschlichen Fehler" wurde Harz in den Primärkreislauf des Reaktorblocks 1 eingebracht. Dieses Harz hatte am Samstag Filter im Reinigungssystem des radioaktiven Primärkreislaufs verstopft. Ein solches "Vorkommnis" ist neu. Das Problem der Atomtechnologie sind nicht die bekannten, durchgerechneten, erwarteten Störfallszenarien, sondern Vorkommnisse wie dieser, die AKW Betreiber und Kritiker gleichfalls überraschen und die darum bei schlimmeren Unfällen auch die großen Probleme bereiten.

Das AKW wurde zuerst nicht abgeschaltet, weil das die Gewinne von EDF und EnBW schmälern würde. Beim Austausch der Filter bei laufendem Reaktor wurden zuerst 4 und später nochmals 3 Mitarbeiter "leicht" verstrahlt. Erst am Sonntag wurde das AKW heruntergefahren. Die Betreiber sparen auch auf Kosten der Sicherheit der Mitarbeiter, folgert der BUND.

Jean-Jacques Rettig von der französischen Initiative zur Abschlatung der AKW (CSFR) weist auf die anderen Probleme des altersschwachen AKWs hin. Da ist die mangelnde Erdbebensicherheit, die Versprödung des Reaktordruckgefässes und seit wenigen Tagen wissen wir auch, dass technische Fehlkonstruktionen, eine Notkühlung im schlimmsten Fall verhindern könnten. Nach Ansicht des CSFR und des BUND muss das alte AKW, für das EDF und EnBW die Verantwortung tragen, schnell abgeschaltet werden. Neue Atomkraftwerke seien keine Alternative, sondern nur eine Energiewende in Frankreich.

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