Tierschutz-Aufruf gegen "Ei mit 3"

Eier-Kennzeichnung

Seit dem Jahreswechsel müssen in der gesamten Europäischen Union alle Eier für Endverbraucher mit einem Herkunftsnachweis versehen werden. Während die Null für ökologische Freilandhaltung steht, steigen die Zahlen an, je schlechter es den Hennen geht. Die Drei steht dabei für Käfighaltung, in denen die Tiere kaum Platz haben, sich einmal um sich selbst zu drehen. Tierschützer fordern daher die Verbraucherinnen und Verbraucher unter dem Motto "Kein Ei aus Quälerei! Kein Ei mit 3!" auf, auf die Herkunft der Eier zu achten.

Verbraucherinnen und Verbraucher könnten so selbst entscheiden, ob sie Tierquälerei unterstützen wollen oder nicht, erinnert der Deutsche Tierschutzbund. Bereits auf der Verpackung muss vermerkt sein, aus welcher Haltungsform die Eier stammen. "Jetzt können die Verbraucher ihre Macht demonstrieren und Einfluss nehmen auf die Haltung von ca. 50 Millionen Legehennen in Deutschland", kommentiert Wolfgang Apel, Präsident des Tierschutzbundes, die Deklarationspflicht. "Boykottieren Sie Eier aus Quälerei", fordert er die Konsumenten auf. "Kaufen Sie kein Ei mit der Kennziffer drei, denn diese Eier stammen aus der tierquälerischen Käfighaltung."

Bürgerinnen und Bürger hätten es selbst in der Hand, ob weiterhin Jahr für Jahr Millionen Legehennen in grausamer Enge zusammengepfercht auf Drahtgitter in Legebatterien ihr Leben fristen müssten. Das Deutsche Tierhilfswerk weist zudem darauf hin, dass Käfig-Eier auch für den Menschen gefährlich werden könnten. Denn damit die Hennen die Käfighaltung überleben könnten, würden oft Arzneien und Chemikalien ins Futter gemischt. Auch immer häufigere Tierseuchen machten das Ei zu einem problematischen Lebensmittel.

Der Bundesrat hatte sich kürzlich dafür ausgesprochen, das Verbot der schlimmsten Form der Käfighaltung noch einmal zu verschieben.

Ein Stempel auf dem Ei verrät jetzt Haltungsform, Herkunftsland sowie den Betrieb bis hin zur Stallnummer. "Für nur wenige Cent mehr kann jeder Einzelne einen wichtigen und spürbaren Beitrag zum Wohlergehen unserer Mitgeschöpfe leisten, sagt Apel. "Die Politiker, die sich von der Agrarlobby für ihre Zwecke für instrumentalisieren lassen, müssen merken, dass sie die Rechnung ohne die Bürgerinnen und Bürger gemacht haben." Annähernd 90 Prozent der Bundesbürger lehnten die Käfighaltung ab. Durch ihre Kaufentscheidung könnten sie die Agrarlobbyisten und ihre "politischen Steigbügelhalter" stoppen, die sich für den Fortbestand der Käfighaltung ausgesprochen haben. Dabei habe das Bundesverfassungsgericht diese Haltungsform schon 1999 als tierquälerisch verurteilt.

Die Haltungsform wird bei dem Erzeugercode z.B. 0 ? DE - 0123456, der ab dem 1.1.2004 auf jedes Ei abgedruckt ist, an der ersten Ziffer deutlich. Die Kennziffer 0 steht für ökologische Erzeugung, die 1 für Freilandhaltung, die 2 für Bodenhaltung und die 3 für die Käfighaltung. Auch auf der Verpackung selbst muss zukünftig die Herkunft ? z.B. ?Käfighaltung? ? vermerkt sein.