Bahn verpflichtet sich bis 2020 im Klimaschutz

Zeichen setzen

Die Bahn will ihren auf die Verkehrsleistung bezogenen Kohlendioxid-Ausstoß bis zum Jahr 2020 um weitere 15 Prozent reduzieren. Das kündigte das Verkehrsunternehmen bei der Präsentation seines "Klimaschutzprogramms 2020" in Berlin an. Mit diesem Ziel will die Bahn nach eigenen Angaben ihren Vorsprung als umweltfreundlichstes Verkehrsmittel ausbauen. Der Naturschutzbund NABU hat die Selbstverpflichtung ausdrücklich begrüßt. In einer Zeit, in der viele Branchen unter dem Vorwand der wirtschaftlichen Lage im Umweltschutz eher den Rückwärtsgang einlegten, werde damit ein wichtiges Zeichen gesetzt.

"Im Klimaschutz geht die Bahn für den Verkehrsbereich beispielhaft voran", sagte Hartmut Mehdorn, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG. Trotz der beachtlichen Erfolge der vergangenen Jahre sei das Potenzial zur Verminderung von CO2 aber noch nicht ausgeschöpft. "Wie weit wir gehen können, hängt davon ab, ob die Politik durch eine adäquate Fortentwicklung der ökologischen Steuerreform, der Ausgestaltung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes und des Emissionshandels Wettbewerbsnachteile des Schienenverkehrs abbauen und seine Position im Wettbewerb der Verkehrsträger stärken kann", sso Mehdorn. Dabei stellte er der Bundesregierung eine Selbstverpflichtung auf ein verbindliches, überwachtes Klimaziel in Aussicht, "das bis 2020 noch um zehn Prozentpunkte über die jetzt angepeilten 15 Prozent hinausgehen kann."

"Der Verkehr ist das Sorgenkind im Klimaschutz.", sagt dazu Ernst Ulrich von Weizsäcker, Vorsitzender des Bundestags-Umweltausschusses. Er verursache schon mehr als ein Fünftel aller CO2-Emissionen - und werde im Treibhausgas- andelsgesetz mit Ausnahme des Bahnstroms gar nicht erfasst. Er plädiert deshalb für eine Mehrwertsteuer für internationale Flugtickets und für die Senkung dieser Steuer für Bahnreisen von 16 auf sieben Prozent.