Union verliert eigene Umfragen-Mehrheit

SPD legt zu

Der angekündigte Wechsel an der Führungsspitze zahlt sich für die SPD in den Umfragen aus. In einer am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage für das Hamburger Magazin ?Stern? stieg die SPD im Vergleich zur Vorwoche um zwei Prozentpunkte auf 26 Prozent. Die Grünen blieben bei elf Prozent. Die Union erlitt mit dem Rückgang von 49 Prozent auf 47 Prozent eine leichte Einbuße. Für die FDP würden der Umfrage zufolge unverändert sieben Prozent der Wähler stimmen, wenn jetzt Bundestagswahl wäre. Die PDS würde mit fünf Prozent den Einzug in den Bundestag schaffen, die sonstigen Parteien lägen unverändert bei zusammen vier Prozent. Dies bedeutet, dass die Union keine eigene Mehrheit hätte, wenn der Bundestag jetzt gewählt würde.

Auch wenn SPD-Fraktionschef Franz Müntefering Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) als Parteichef beerben wird, halten die Bundesbürger Schröder für den besseren Kanzlerkandidaten der Sozialdemokraten. Könnten sie direkt zwischen Schröder und dem CSU-Chef Edmund Stoiber wählen, würden sich 29 Prozent für den Kanzler und 30 Prozent für Stoiber entscheiden. Träte Müntefering gegen Stoiber an, so bekäme der designierte SPD-Chef zwar ebenfalls 29 Prozent, jedoch würden dann 39 Prozent der Bürger den Unions-Kandidaten Stoiber wählen.

Auch gegen CDU-Chefin Angela Merkel hätte Müntefering bei einer direkten Wahl des Kanzlers weniger Chancen. Im Direktvergleich bekämen Schröder 33 Prozent und Merkel 35 Prozent der Stimmen. Wäre Müntefering der Gegenkandidat, so käme Merkel auf 41 Prozent, während der künftige SPD-Chef nur 32 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen könnte.

Das Forsa befragte für die Parteienumfrage vom 9. bis 13. Februar 2534 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger. Für die Kanzlerfrage befragte Forsa am 12. und 13. Februar 1004 Personen.