Kritik an Unions-Forderungen nach Bahn-Sicherheitskontrollen wie an Flughäfen

"Unrealistischer Katastrophen-Populismus"

Die Union fordert nach den Bombenanschlägen von Madrid Konsequenzen für die Sicherheit bei der Deutschen Bahn. "Wir müssen auf den Bahnhöfen ähnliche Sicherheitskontrollen wie auf Flughäfen einführen", sagte CSU-Innenexperte Norbert Geis der "Passauer Neuen Presse". Geis sprach sich zudem für eine personelle Aufstockung des Bundesgrenzschutzes (BGS) aus, der für die Sicherheit auf den Bahnanlagen zuständig ist. Die Bahn sei ein für Anschläge besonders anfälliges Verkehrsmittel, dennoch würden die Fahrgäste kaum kontrolliert. Die Gewerkschaft Transnet kritisierte diese Forderungen als unrealistisch. "Solche Vorschläge können leider nur als Katastrophen-Populismus bezeichnet werden", erklärte Gewerkschaftschef Norbert Hansen.

Mit einer realistischen Einschätzung der Lage hätten Geis' Vorschläge überhaupt nichts zu tun. "Im Gegenteil: Die Debatte, die Geis nun lostritt, schürt einzig und allein Angst unter Bahnreisenden." Hansen verwies darauf, dass die Bahnen hierzulande "das sicherste Verkehrsmittel sind." Täglich seien gut vier Millionen Menschen mit den Zügen unterwegs. Es sei daher vollkommen unvorstellbar und auch nicht umsetzbar, jeden Passagier kontrollieren zu wollen. "Das funktioniert auch logistisch nicht", sagte Hansen. Insofern müsse Geis seine Vorschläge konkretisieren.

Auch der innenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Hartmut Koschyk (CSU), sprach sich für eine gründliche Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen bei Verkehrsanlagen wie Bahn, Schiffen und Häfen aus. Auch die Videoüberwachung der Bahnhöfe müsse verstärkt werden.