Bayer-Kritiker wollen Vorstand des Chemieriesen nicht entlasten

"Verantwortlich für viele Missstände"

Die Coordination gegen Bayer-Gefahren hat am Freitag anlässlich der Bilanzpressekonferenz der Bayer AG Gegenanträge zur Hauptversammlung des Konzerns eingereicht. Bayer sei im vergangenen Geschäftsjahr für eine Vielzahl von Missständen verantwortlich gewesen, heißt es in dem Antrag. Der Vorstand habe diese verursacht oder nicht verhindert, weshalb ihm die Entlastung verweigert werden müsse.

Im vergangenen Geschäftsjahr sei der Konzern erneut für eine Reihe von Skandalen verantwortlich gewesen, so die Kritiker. Sie werfen Bayer unter anderem Kinderarbeit bei indischen Zulieferern des Konzerns und die Behinderung freier Gewerkschaftsarbeit bei Bayer Philippines vor. In Europa forciere das Unternehmen den Einsatz genmanipulierter Nahrung gegen den Wunsch der Bevölkerungsmehrheit und trage Mitverantwortung für das europaweite Bienensterben durch Verkauf des Insektizids Gaucho. Außerdem würden Tausende Patienten durch den Verkauf "unwirksamer oder gefährlicher" Pharmazeutika gefährdet.

Die Coordination gegen Bayer-Gefahren macht seit 20 Jahren in den Bayer-Hauptversammlung auf die Schattenseiten der Konzernpolitik aufmerksam. Kritiker aus dem In- und Ausland werden die Gegenanträge in der Versammlung am 30. April begründen, kündigte die Coordination an.