Experten fordern zehnmal mehr Geld für erneuerbare Energien

Vor Konferenz für Erneuerbare Energien

Umweltexperten fordern eine Verzehnfachung der Ausgaben für die Forschung an erneuerbaren Energien in den kommenden zehn Jahren. Es sei entscheidend, "eine proaktive Rolle beim Umbau des Energiesystems" zu spielen, sagte der Sprecher des Wissenschaftlichen Beirates der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), Hartmut Graßl.

Im Vorfeld der Konferenz für Erneuerbare Energien "Renewables 2004" gab das Expertengremium am Mittwoch in Berlin Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne), Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (beide SPD) eine Reihe von Politikempfehlungen für die Einleitung einer globalen energiepolitischen Wende.

Bei der Konferenz wird sich den Angaben zufolge eine kleine Gruppe von Ländern treffen, die schneller vorankommen wollten als die Vereinten Nationen. "Wir sehen in dieser Konferenz einen Ausweg aus den häufig schleppenden Konventionen der UN zur Umwelt", sagte Graßl. In ihren Empfehlungen forderten die Experten zudem einen Zugang für alle Menschen zu modernen Energien, die Verabschiedung einer Energie-Charta sowie ein Ministerforum für nachhaltige Energie. Außerdem sollte es mehr Pilotprojekte geben, bei denen Industriestaaten mit Entwicklungsländern zusammenarbeiten.

Die internationalen Konferenz für Erneuerbare Energien "Renewables 2004" war von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung im September 2002 in Johannesburg angekündigt worden und wird Anfang Juni von der Bundesregierung in Bonn veranstaltet. Sie soll dem globalen Ausbau der Erneuerbaren Energien weitere Impulse verleihen. Im laufenden Jahr liegen die Ausgaben für die Forschung an Erneuerbaren Energien nach Angaben des Bundesforschungsministeriums bei 74 Millionen Euro.