2003 mehr CO2-Emissionen in Deutschland

Klimaziel in Gefahr

Die energiebedingten CO2-Emissionen in Deutschland sind im Jahre 2003 gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozent auf knapp 837 Millionen Tonnen gestiegen, so der aktuelle Wochenbericht des DIW Berlin 10/2004. Insbesondere die kalte Witterung im ersten Quartal führte zu dieser Emissionssteigerung, während die schwache Konjunktur emissionsdämpfend wirkte. Temperaturbereinigt errechnet sich ein Rückgang um 5,4 Millionen Tonnen CO2 (-0,6 Prozent).

In Anbetracht der wirtschaftlichen Stagnation ist der Rückgang der temperaturbereinigten Emissionen eher gering. Damit setzt sich die Tendenz einer nur noch verhaltenen Emissionsminderung fort. Gleichwohl gehört Deutschland noch immer zu den wenigen Industrieländern, in denen die CO2-Emissionen in den 90er Jahren reduziert worden sind. So waren die energiebedingten CO2-Emissionen im Jahre 2003 im Vergleich zum international vereinbarten Basisjahr 1990 unbereinigt um reichlich 15 Prozent und temperaturbereinigt um nahezu 17 Prozent niedriger. Der größte Teil dieser Verminderung fiel allerdings in die erste Hälfte der 90er Jahre.

Angesichts des nur noch mäßigen Rückgangs danach wurde inzwischen das frühere nationale Reduktionsziel für 2005, wonach die CO2-Emissionen bis dahin gegenüber 1990 um ein Viertel gesenkt werden sollten, offenkundig aufgegeben und das international verbindlich vereinbarte Ziel für 2008/2012, die Treibhausgasemissionen bis 2008/2012 um 21 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, als maßgeblich herausgestellt. Ohne eine konsequente Fortsetzung der klimaschutzpolitischen Anstrengungen besteht freilich die Gefahr, dass auch dieses weitaus weniger ambitionierte Ziel verfehlt werden könnte. Es besteht also nach wie vor Handlungsbedarf. Mit dem bevorstehenden Emissionshandel sollte es aber möglich sein, zum Erreichen dieses Ziels beizutragen.