Zwei Journalisten im Irak getötet

Gefährlichster Ort für Journalisten

Im Irak sind am vergangenen Freitag südlich von Bagdad zwei Journalisten getötet worden. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen. Waldemar Milewicz, polnischer Kriegsreporter, und Munir Buamran, Algerier mit polnischem Pass, arbeiteten für den polnischen Fernsehsender TVP. Ein dritter Journalist, der polnische Kameramann Jerzey Ernst, wurde verletzt. Insgesamt seien 25 Journalisten und Medienmitarbeiter seit Beginn des Krieges im März 2003 im Irak getötet worden, zwölf davon allein in diesem Jahr. Damit gelte der Irak als der weltweit gefährlichste Ort für Journalisten.

Das Team der drei TVP-Journalisten, der Reporter Waldemar Milewicz, der Bildredakteur Munir Buamran und der Kameramann Jerzey Ernst, sei 30 Kilometer südlich von Bagdad in einen Hinterhalt geraten. In dem gleichen Gebiet habe es bereits zuvor Hinterhalte durch Aufständische gegeben.

Der irakische Medienmitarbeiter Assir Kamel Al-Kazzaz, der mit dem TVP-Team unterwegs war, sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Ein Wagen tauchte hinter uns auf, seine Insassen schossen auf uns und töteten den polnischen Journalisten. Wir hielten an und ich stieg mit dem algerischen Kollegen und dem polnischen Kameramann aus. Das Auto drehte und kam zurück. Weitere Schüsse töteten den Algerier und verletzten den Polen."

Der 48-jährige Waldemar Milewicz hatte bereits von den Konflikten auf dem Balkan, aus Kambodscha, Ruanda und Tschetschenien berichtet. Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Preise; 2001 wurde er in Polen zum Journalisten des Jahres gewählt. Sein Team war am 5. Mai aus Warschau abgereist.

Einheimische und ausländische Journalisten sind im Irak zahlreichen Risiken ausgesetzt, so die Organisation. Seit Kriegsbeginn seien sie häufig Opfer von Raubüberfällen und Angriffen durch bewaffnete Gruppen, die irakische Journalisten von US-finanzierten Medien im Visier hätten geworden. Durch Schüsse US-amerikanischer Soldaten seien allein sechs Journalisten umgekommen. Das Pentagon habe es jedoch bislang versäumt, die Fälle konsequent und unparteiisch zu untersuchen. Zudem seien mindestens sechs Journalisten - drei Tschechen, zwei Japaner und ein Franzose - als Geiseln genommen worden. Diese Arbeitsbedingungen schränkten eine Berichterstattung aus dem Land stark ein.