Europäisches Medieninstitut kritisiert Bilder aus dem Irak

Folter

Durch die Bilder von Folter und Rache sei die Gefahr verbunden, dass der Hass zwischen den USA und dem Islam noch weiter zunimmt. Nach Ansicht des Generaldirektors des Europäischen Medieninstituts (EMI), Jo Groebel, habe der Irak-Konflikt durch die Fotos eine "neue Dimension" erreicht. Die "Eskalation der Bilder" mache immer wahrscheinlicher, dass nicht nur bei den unmittelbar Beteiligten, sondern in der gesamten Weltöffentlichkeit alte Vorurteile massiv reaktiviert würden. Durch die emotionale Wirkung der Bilder würden sehr schnell, so Groebel, Gewalt und Brutalität von einzelnen Gruppierungen und Personen auf alle Angehörigen der jeweiligen Konfliktparteien generalisiert.

Das Handeln einzelner amerikanischer Soldaten stehe dann in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit für alle Amerikaner, das der "Henker" für alle Iraker oder gar alle Angehörigen des Islam.

Groebel appellierte daran, die brutalen Bilder redaktionell so einzubetten, dass eine weitere Zunahme der Vorurteile gegenüber den USA einerseits und dem Islam andererseits verhindert werde, sofern sie überhaupt gezeigt werden müssten. Immerhin gebe es auf beiden Seiten eine große Mehrheit, die die extreme Gewalt ablehne.