Struck will Afghanistan-Einsatz ausweiten

Bundeswehr

Der Bundeswehreinsatz in Afghanistan könnte nach den Worten von Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) stärker als bisher geplant ausgeweitet werden. Neben dem Hauptkontingent in Kabul und dem regionalen Wiederaufbauteam (PRT) im nordafghanischen Kundus seien zwei weitere PRTs vorgesehen, sagte Struck am Dienstag in Berlin. Bislang war nur von einem zweiten deutschen Wiederaufbauteam in der nordostafghanischen Stadt Faisabad ausgegangen worden. Hilfsorganisationen sehen die Verquickung von Militär und zivilen Helfern kritisch.

In Kundus bilden deutsche Soldaten und zivile Helfer bereits ein regionales Wiederaufbauteam. Struck hatte vor wenigen Tagen Faisabad als zweiten Stationierungsort für die Bundeswehr genannt, wo deutsche und niederländische Soldaten gemeinsam in einem PRT eingesetzt werden sollten. Allerdings gibt es noch keine Zusage der niederländischen Seite.

Struck stellte nun klar, dass die Bundeswehr auch ohne Partner ihr zweites Wiederaufbauteam in der Region Kundus einrichten werde, das die vier nordöstlichen Provinzen Kundus, Takhar, Badachschan und Baghlan umfassen soll. "Wir werden ein PRT in Faisabad installieren", betonte der Minister. Daneben werde auch ein Einsatz in der südlich der Provinzhauptstadt Baghlan gelegenen Stadt Pol-e-Khomri geprüft.

Ein neues Bundeswehrmandat hielt Struck nicht für notwendig. Die vom Bundestag genehmigte Obergrenze von 450 Soldaten für den Kundus-Einsatz werde nicht überschritten, auch werde das Einsatzgebiet nicht ausgeweitet. Auf der Internationalen Afghanistan-Konferenz Ende März in Berlin hatte der afghanische Präsident Hamid Karsai für stärkere ausländische Hilfen außerhalb Kabuls geworben.