Wolffsohn bleibt Dozent an Bundeswehrhochschule

Folter-Rechtfertigung

Der Historiker Michael Wolffsohn bleibt trotz seiner umstrittenen Äußerungen über die Legitimität von Folter gegen Terroristen Dozent an der Bundeswehrhochschule in München. Das Verteidigungsministerium teilte am Dienstag mit, Ressortchef Peter Struck (SPD) sei nach "intensiver Prüfung" zu den Ergebnis gekommen, dass es "keine rechtlichen Möglichkeiten gegen Professor Wolffsohn gibt". Der Minister erwarte aber von Wolffsohn, "dass er seine Lehre an den Grundlagen des Völkerrechts ausrichtet" und seiner Verantwortung als Professor, der Offiziere ausbildet, gerecht werde.

Wolffsohn hatte in einem TV-Interview gesagt: "Als eines der Mittel gegen Terroristen halte ich Folter und die Androhung von Folter für legitim." Der Militärexperte fügte hinzu: "Wenn wir da mit Gentleman-Methoden versuchen, den Terror zu kontern, werden wir scheitern."

Ein Ministeriumssprecher erklärte nach einem Gespräch Strucks mit Wolffsohn, der Historiker bedauere seine Äußerungen und habe dem Minister glaubhaft versichert, seine These insbesondere bei seinen Lehrveranstaltungen an der Bundeswehruniversität nicht zu wiederholen. Struck habe seinerseits die Äußerungen Wolffsohns erneut als nicht akzeptabel kritisiert.