Welthungerhilfe fordert sofortigen Stopp der Vertreibungen in den Tschad

Die Zeit wird knapp

Die deutsche Hilfsorganisation Welthungerhilfe fordert den sofortigen Stopp der Vertreibungen der Menschen aus der Krisenregion Darfur. Immer mehr Menschen suchen Zuflucht im Nachbarland Tschad. Rüdiger Ehrler, Projektleiter der Deutschen Welthungerhilfe erklärt: "Hält diese Entwicklung an, ist das seit Wochen von den Übergriffen bewaffneter Reitermilizen heimgesuchte Gebiet bald menschenleer." Damit hätte die sudanesische Regierung ihr Ziel erreicht. Von internationaler Seite müsse stärkerer Druck auf die Regierung in Khartum ausgeübt werden, die internationalen Hilfsorganisationen bisher verbietet, rund eine Million Flüchtlinge in der Region Darfur mit dringend benötigten Nahrungsmitteln zu versorgen.

Und die Zeit wird knapp: Im Juni setzen normalerweise die alljährlichen Regenfälle ein, sie verwandeln die meisten Straßen in unpassierbare Schlammlawinen. Eine Versorgung der Flüchtlinge wäre somit fast unmöglich. Als einziger Weg bliebe die Versorgung über Luft - aber auch diese ist problematisch.

"Etwa zehn Prozent der Flüchtlinge haben bisher die Grenze zum Tschad überquert, der Rest ist im eigenen Land völlig von jeglicher Versorgung abgeschnitten", erklärt Ehrler. Seit Anfang Mai wartet die Welthungerhilfe in der Stadt Kutum auf die Genehmigung, rund 1.100 Tonnen Nahrungsmittel an über 100.000 Flüchtlinge zu verteilen.