Sofortiger Stopp der Vertreibungen in den Tschad gefordert

Sudan

Immer mehr Menschen aus der sudanesischen Krisenregion Darfur suchen Zuflucht im Nachbarland Tschad. "Hält diese Entwicklung an, ist das seit Wochen von den Übergriffen bewaffneter Reitermilizen heimgesuchte Gebiet bald menschenleer. Damit hätte die sudanesische Regierung ihr Ziel erreicht", erklärt Rüdiger Ehrler, Projektleiter der Deutschen Welthungerhilfe. Von internationaler Seite müsse stärkerer Druck auf die Regierung in Khartum ausgeübt werden, die internationalen Hilfsorganisationen bisher verbietet, rund eine Million Flüchtlinge in der Region Darfur mit dringend benötigten Nahrungsmitteln zu versorgen, so Ehrler, der vor zwei Tagen aus der Krisenregion zurückgekehrt ist.

"Etwa zehn Prozent der Flüchtlinge haben bisher die Grenze zum Tschad überquert, der Rest ist im eigenen Land völlig von jeglicher Versorgung abgeschnitten", erklärt Ehrler. Seit Anfang Mai wartet die Welthungerhilfe in der Stadt Kutum auf die Genehmigung, rund 1.100 Tonnen Nahrungsmittel an über 100.000 Flüchtlinge zu verteilen.

Die Deutsche Welthungerhilfe arbeitet 1998 wieder im Sudan, in der Region Darfur derzeit als einzige deutsche Hilfsorganisation. Sie unterstützt Projekte mit dem Gesamtvolumen von etwa 5 Mio. Euro im Bereich Land- und Viehwirtschaft, Gartenbau und Bewässerung, außerdem ist sie im Bereich der Konfliktbearbeitung tätig.