Sudan braucht dringend humanitäre Hilfe

Wettlauf mit der Zeit

Die Bundesregierung will ihren Druck auf den Sudan erhöhen, um Hilfsorganisationen schnell einen umfassenden Zugang zu dem vom Bürgerkrieg zerrütteten afrikanischen Land zu ermöglichen. Wenn die Regenzeit beginne, werde die Versorgung der Flüchtlinge erheblich erschwert, "dann werden die Menschen einfach sterben". Wichtiger als ein Waffenembargo, auf dass sich die Regierungskoalitionen verständigt haben, sei daher die humanitäre Hilfe. Experten rechnen mit bis zu 350 000 Toten im Sudan in den kommenden Monaten.

Nach Schätzungen von Hilfsorganisationen sind rund 1,2 Millionen Menschen auf der Flucht, davon eine Million in der westlichen Region Darfur und bis zu 200 000 im Nachbarland Tschad. Seit Februar 2003 sollen bereits 30 000 Menschen ums Leben gekommen sein.

Zudem wolle die Regierung die Afrikanische Union unterstützen, eine Friedensmission zu installieren, sagte die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Kerstin Müller (Grüne), am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Die EU werde eine solche Friedenstruppe materiell und personell unterstützen.