Spitzenköche lassen Gentechnik weg

Genfood

Milchreis schmeckt ohne Gen-Milch einfach besser. Das zeigen der Verband der europäischen Spitzenköche Eurotoques, Münchner Köche der Kochschule Wirtschaftswunder und Greenpeace, die am Montag auf dem Marienplatz in München gemeinsam die Kochlöffel schwangen. Ob exotisch, extravagant oder traditionell, die Milchreis-Varianten der sechs Spitzenköche haben eines gemeinsam: Alle Zutaten sind frei von Gentechnik. Die Milch stammt von Kühen, bei denen sichergestellt wurde, dass keine Gen-Pflanzen im Futtertrog landen. Kostproben des Milchreises werden an die Münchener direkt vor Ort verteilt. Mit der Aktion kochen die Organisationen Alternativen zum Gentechnik-Milchreis von Müller. Die Firma gibt keine Garantie, dass die Milchkühe für die Müllerprodukte nur Futter ohne Gen-Pflanzen erhalten.

"Entscheidend für die Qualität unseres Essens sind hochwertige Zutaten", sagt Gentechnik-Expertin Ulrike Brendel von Greenpeace. "Zusammen mit Spitzenköchen fordert Greenpeace von Müller, keine Gen-Milch zu verwenden. Das Unternehmen muss dafür sorgen, dass kein Gen-Futter im Trog der Milchkühe landet. Solange dies nicht garantiert wird, sollte jeder seinen Milchreis besser selber kochen."

Zwar behauptet die Unternehmensgruppe Theo Müller alles getan zu haben, um Gen-Pflanzen im Tierfutter der Milchkühe auszuschließen, doch Greenpeace-Recherchen ergeben ein anderes Bild. Danach gibt es zur Zeit keine Kontrollen der eingesetzten Futtermittel durch Müller und keine entsprechenden Verträge zur gentechnikfreien Fütterung. Zudem fand Greenpeace auf vier Müllermilch-Höfen in Futtermittel-Stichproben einen erheblichen Anteil genmanipulierter Soja.

Ernst-Ulrich Schassberger, Präsident von Eurotoques Deutschland, sagt: "Die seit April europaweit geltende neue Kennzeichnungsverordnung für Gen-Food hat eine schwer wiegende Lücke. Tierische Produkte wie Milch, Eier oder Fleisch, die von Tieren stammen, die mit Gen-Pflanzen gefüttert wurden, müssen nicht gekennzeichnet werden. Die Verbraucher - aber auch wir Köche - können nicht klar erkennen, in welchen Produkten Gentechnik steckt. Lebensmittelhersteller sollen daher bei tierischen Produkten den Einsatz von Gen-Futter konsequent unterbinden."

Dass sich Lebensmittel auch bei tierischen Produkten ohne Gentechnik herstellen lassen, zeigen andere Firmen. So garantieren zum Beispiel Ritter Sport, DuDarfst/Unilever oder Wiesenhof, keine Gen-Pflanzen einzusetzen. Auch die Handelsunternehmen tegut und Edeka (Nord) vermeiden bereits Gen-Futter in der Tiermast. Milch ohne Gentechnik gibt es zudem von zahlreichen Öko-Molkereien und regionalen Marken wie "Unser Land" in Bayern.