Kämpfe gefährden DED-Arbeit

Sudan

Die gewalttätigen Konflikte im Westen und Südwesten des Sudan beeinträchtigen die konkrete Projektarbeit des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED). Man geht davon aus, dass seit dem Beginn der Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen im Februar 2003 in der Region Darfur mindestens 10.000 Menschen getötet und eine Million in die Flucht getrieben wurden. In Darfur, einer marginalisierten Region im Sudan, werden zurzeit schwarzafrikanische Ackerbauern vertrieben. Ihr Land soll von arabischstämmigen Bevölkerungsgruppen genutzt und besiedelt werden.

"Aufgrund der angespannten Sicherheitssituation können unsere vier Fachkräfte in Nyala und El Fasher (an der Grenze zum Tschad) ihre Aufgaben nur noch sehr eingeschränkt erfüllen," erklärt der DED-Geschäftsführer Jürgen Wilhelm. Insbesondere Fahrten in die Projektregion seien aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Dies führe zu einer erheblichen Gefährdung der geplanten Arbeitsergebnisse.

Die DED-Fachkräfte arbeiten in einem Ansiedlungsprojekt für Flüchtlinge, die wegen der jahrelangen kriegerischen Auseinandersetzungen den Süden des Landes verlassen haben. Viertausend Haushalte sollten an zwei Orten angesiedelt werden. Zurzeit halten sie sich in den größeren Städten der Region auf. Überlandfahrten an die Projektorte sind nur noch sehr bedingt möglich und die Entwicklungshelfer können ihr Engagement in der Beratung der Neuansiedler, z.B. zur Ernährungs- und Einkommenssicherung, und in der Förderung von Handels-, Handwerks- und Dienstleistungsaktivitäten nicht fortführen.

Mit der Aussicht auf die Unterzeichnung eines Friedensabkommens der Konfliktpartner im Süden will der DED seine Aktivitäten zur Friedensförderung im Sudan generell ausweiten, vor allem in Projekten, die von Krieg und kollektiver Gewalt besonders betroffene Gruppen rehabilitieren und reintegrieren. Die Krise und daraus resultierende Einschränkung der Arbeitsmöglichkeiten in Darfur ist dafür allerdings ein Rückschlag. Die schwächste Bevölkerungsgruppe, die Binnenflüchtlinge, müssen dort weiter auf Unterstützung bei der Rück- und Wiederansiedlung warten.

Im Sudan ist der DED landesweit mit insgesamt 18 Fachkräften aktiv; neben der Friedensarbeitunterstützt er vor allem die handwerkliche Ausbildung im Mittelstand. Ferner berät er Nichtregierungsorganisationen, die in der Flüchtlingsarbeit engagiert sind. Vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) erhält der DED für seine Arbeit im Sudan jährlich etwa 2,1 Mio. Euro.

Der DED ist in über 40 Ländern weltweit in Programmen und Projekten tätig, die dazu beitragen, die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern. Knapp 2000 Entwicklungshelfer und Mitarbeiter im In- und Ausland sind beim DED unter Vertrag.