Akademie fordert "tragfähige Fassung" der neuen Rechtschreibung

Rechtschreibregeln

Der Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Klaus Reichert, sieht keine Chance mehr zu einem Kompromiss über die neuen Rechtschreibregeln zu kommen. Reichert schrieb in einem am Freitag in der "Süddeutschen Zeitung" veröffentlichten Brief an die Kultusministerkonferenz (KMK), Gespräche mit Mitgliedern der Kommission, "die auf das einmal verabschiedete Regelwerk fixiert sind, sehen wir nicht mehr als erfolgsversprechend an".

Reichert betonte in dem Schreiben zugleich die Bereitschaft der Akademie, sich "weiter an der Suche nach Wegen aus der verfahrenen Situation zu beteiligen". Akademie und Kommission hatten sich zwischen März und Mai zu Gesprächen getroffen, die laut Reichert aber "gescheitert" seien.

Nach Auffassung der Akademie müsse nun alles daran gesetzt werden, bis zum Ende der Übergangsfrist für die neue Rechtschreibung am 31. Juli 2005 "eine tragfähige Fassung der Neuregelung auszuarbeiten". Reichert forderte die KMK deshalb auf, bei ihrer Sitzung am Freitag in Mainz "weitergehende Beschlüsse" zu fassen, die auf den Weg zur Herstellung des Rechtschreibfriedens führen.