Viele Schüler glauben, Enten seien gelb

Natur Report

Eine entschreckende Entwicklung zeigt die am Dienstag in Düsseldorf vorgstellte Studie "Jugendreport Natur" der Universität Marburg und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald NRW. Für viele Jugendliche in Deutschland ist die Natur zunehmend ein unbekanntes und langweiliges Feld. Nur jeder sechste Schüler interessiere sich für Pflanzen, mehr als 50 Prozent könnten sich nicht an ein Naturerlebnis erinnern. In der Vorgängerstudie von 1997 hatte noch jeder dritte angegeben, sich für Pflanzen zu interessieren.

Die Entfremdung der Jugendlichen von der Natur spiegele sich auch in ihrem Wissen wieder: So glaubten 54 Prozent der 1405 in Hessen und Nordrhein-Westfalen befragten Schüler, Vanilleschoten seien gelb oder weiß - und nicht, wie in Wirklichkeit, braun bis schwarzbraun. Jeder neunte Schüler nehme an, Enten seien gelb. Vor sieben Jahren habe nur jeder 14. Befragte (7 Prozent) diese Auffassung vertreten.

Der Einfluss der Medien sowie fehlende Naturerfahrungen führten dazu, dass Jugendliche die Natur immer weiter verniedlichten, sagte Studienleiter Rainer Brämer. Dieses "Bambi-Syndrom" führe zu einer übertriebenen Naturverehrung. So sei es für die Mehrheit der Befragten ein Tabu, Bäume als Rohstoffe und Tiere als Nahrungsmittel anzusehen. "Junge Menschen haben offensichtlich ein unrealistisch rosarotes Bild von der Natur", sagte der Soziologe Brämer. Nur neun Prozent der Befragten erlebten die Natur auch als gefährlich.