Hier produziertes Plutonium hier unschädlich machen

Atommüll

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) spricht sich gegen den Export des in Hanau lagernden Plutoniums aus den Schnellen Brütern Kalkar und Karlsruhe zur Wiederaufarbeitung nach Frankreich aus. Die rot-grüne Regierung verstoße damit gegen ihre Zusage, aus der umweltgefährdenden Wiederaufarbeitung bis Ende 2005 auszusteigen.

Renate Backhaus, Atomexpertin im BUND-Bundesvorstand: "Dieser Plan ist ein klarer Bruch bisheriger Zusagen. Vielleicht erscheint es auf den ersten Blick billiger, das Plutonium nach La Hague zu bringen und dort in Kernbrennstäbe für Atomkraftwerke einzuarbeiten. Sicherer wäre es jedoch, es in Hanau zu lassen und dort für die langfristige Lagerung zu verglasen. Die Technologie dafür ist entwickelt. Dieser Weg muss nur politisch gewollt sein."

Der BUND verweist zudem auf die Tatsache, dass es sich beim Hanau-Plutonium um die Hinterlassenschaften einer verfehlten Atompolitik aus der Kohl-Ära handelt. "Wenn Frau Merkel, Herr Stoiber oder Herr Koch glauben, die Atomenergie sei bald wieder eine Option und Atomkraftwerke könnten langfristig weiterlaufen, dann sollten sie konsequenterweise die Kosten für die Plutoniumentsorgung von mehreren hundert Millionen Euro aus der eigenen Tasche bezahlen," sagte Backhaus.

Zur Entsorgung des Plutoniums biete sich die Verglasung in Lagerstäben an. Nach einer Abklingphase würde dann deren Endlagerung folgen. Der BUND hält diese Variante für sicherer und ökologisch weniger bedenklich. Ein Transport des deutschen Atommülls nach Frankreich und die Wiedereinschleusung des Plutoniums in den Brennstoffkreislauf von Atomkraftwerken sei der falsche Weg. Risiken entstünden auch durch die vorgesehenen Straßentransporte und die fortgesetzte Verstrahlung in der Umgebung der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague.