Hanauer Plutonium wird wiederaufbereitet

Bundesamt für Strahlenschutz

Das Bundesamt für Strahlenschutz will das Hanauer Plutonium in die Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in Frankreich transportieren. Dort soll es zu Mox-Brennelementen verarbeitet werden. Wie die Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW) kritisiert, werde die "Gefahr der Weiterverbreitung von atomwaffenfähigem Plutonium" dadurch nicht vermieden sondern erleichtert.

"Statt das Plutonium direkt endlagerfähig zu machen und so aus dem Verkehr zu ziehen, wird es in der Wiederaufarbeitung und in den MOX-Fabriken jahrelang für den Atombombenbau verfügbar bleiben", sagt Ute Watermann, Sprecherin der IPPNW. Keiner könne ausschließen, dass das Material in Frankreich oder anderswo nicht zum Bau neuer Atombomben benutzt werde.

Die Plutoniumbestände, die in dem Hanauer "Plutoniumbunker" lagern, müssen nach Ansicht der IPPNW endlagerfertig gemacht werden. Die vereinbarte Wiederaufarbeitung des Plutoniums zum erneuten Einsatz in Atomkraftwerken sei "unverantwortlich". Die Organisation kritisiert darüber hinaus, dass nach dem gescheiterten Export der Hanauer Brennelementefabrik, die rotgrüne Bundesregierung atompolitische Entscheidungen gegen den Willen der Bevölkerung treffe. Die Organisation forderte daher einen Volksentscheid in Europa über die weitere Nutzung der Atomenergie.