Unions-Länder bremsen die Agrarreform

Erdbeeren für Künast

Aktivisten des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) demonstrieren heute vor dem Bundesrat in Berlin für eine forcierte Wende in der Agrarpolitik. Den unionsgeführten Ländern im Bundesrat wirft der BUND vor, bei den Verhandlungen über die Agrarreform eine umwelt- und gesundheitsverträglichere Verteilung der staatlichen Subventionen behindert zu haben. Auf Grund ihres Drucks habe der Vermittlungsausschuss von Bund und Ländern die dringend notwendige Einführung einer regional einheitlichen Flächenprämie auf 2010 verschoben. Für Künasts Einsatz im Bundesrat überreichte der BUND der Landwirtschaftsministerin frische Bio-Erdbeeren.

Wegen der verzögerten Umverteilung sei es umso wichtiger, die Zahlung der Prämien an wirksame Umweltauflagen zu binden. Bisher konnten sich die Länder nur auf Minimalstandards einigen. Nach Ansicht des BUND sollen Betriebe nur dann die volle Prämie bekommen, wenn sie auf ihrem Acker- und Grünland jährlich mähen und ernten und wenn sie auf fünf Prozent ihrer Fläche Landschaftselemente wie Hecken und Bäume aufbauen.

Mit der Demonstration vor dem Bundesrat startet der BUND seine Sommertour für die Agrarwende. BUND-Gruppen in ganz Deutschland werden in den kommenden Wochen für Produkte aus umwelt- und tiergerechter Landwirtschaft werben - mit einem bunten Marktstand, einem überdimensionalen Einkaufswagen und umfangreichem Informationsmaterial. Unter dem Motto "billig ist teuer" zeigen sie, dass Essen zu Schleuderpreisen sowohl die Natur als auch die Gesellschaft teuer zu stehen kommt.