Genehmigung für Abriss des AKW Mühlheim-Kärlich erteilt

Zwischenlager noch nicht entschieden

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad (SPD) hat am Freitag die Genehmigung für die erste Abbauphase des bereits 1988 vom Netz gegangenen Atomkraftwerks (AKW) Mülheim-Kärlich erteilt. Sie betrifft laut Ministerium den Abbau von Anlagenteilen im Sekundärkreislauf des Reaktors und seiner Nebengebäude und damit alle Teile des Kernkraftwerks, die nicht mit Radioaktivität in Berührung geraten sind.

Eine Entscheidung über die Einrichtung eines Zwischenlagers für die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle sei aber noch nicht getroffen worden und werde frühestens 2006 fallen, hieß es weiter. Mit den Arbeiten im ersten Schritt wird Conrad zufolge noch in diesem Jahr begonnen.

Damit sei "das letzte Kapitel der schier unendlichen Geschichte" des Atommeilers aufgeschlagen worden, betonte die Ministerin. Das Land gehe davon aus, dass der Gesamtabbau der 490 000 Tonnen schweren Anlage mindestens zehn Jahre dauert.

Der Kraftwerksbetreiber RWE Power hatte den Antrag auf Rückbau des einzigen Atommeilers in Rheinland-Pfalz im Juni 2001 gestellt. Das Verfahren umfasst insgesamt vier Genehmigungsschritte, mit dem Abbau des Reaktors selbst kann voraussichtlich nicht vor 2007 begonnen werden. RWE veranschlagt für den Abriss insgesamt rund 500 Millionen Euro.

Die erste Teilerrichtungsgenehmigung für das AKW Mühlheim-Kärlich war vom Bundesverwaltungsgericht aufgehoben worden. Als "Schwarzbau" hatte es nur kurze Zeit Strom produziert. Umweltschützer hatten im Verfahren für die Genehmigung des Abrisses kritisiert, RWE Power fehle die erforderliche Zuverlässigkeit für ein solches Projekt.