Spendenaufruf für Sudan-Flüchtlinge

Regierung will UN-Sanktionen

Unicef, die Bundesregierung und die diesjährige Unicef-Partnerstadt Frankfurt am Main rufen die Bevölkerung zu Spenden für die Flüchtlinge in der sudanesischen Krisenregion Darfur auf. Nach Einschätzung von Unicef Deutschland ereignet sich dort eine humanitäre Katastrophe, da nunmehr die Regenzeit begonnen hat und täglich 10 bis 15 Kinder sterben. Gleichzeitig will die Bundesregierung auf Sanktionen der Vereinten Nationen (UNO) gegen die an dem Flüchtlingselend mutmaßlich mitverantwortliche Regierung des Landes dringen, wie Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) am Freitag in Frankfurt am Main sagte.

Die schwarzafrikanischen Flüchtlinge sind von arabischen Dschandschawid-Milizen vertrieben worden. In Massen - ihre genaue Zahl ist unbekannt, dürfte aber in die Hunderttausende gehen ? leben sie an der Grenze zwischen Sudan und Tschad in Lagern aus notdürftig errichteten Grashütten. Da die Behausungen gegen die Regenfälle nur unzureichenden Schutz bieten, breiten sich hygienebedingte Krankheiten wie Durchfälle schon jetzt aus. Unicef fürchtet zudem einen Ausbruch der Cholera.

Wieczorek-Zeul nannte neben der Versorgung der Flüchtlinge deren Sicherheit als den "zentralen Punkt". Bislang habe die sudanesische Regierung ihre Zusagen zur Entwaffnung der Milizen nicht eingehalten. Sie appellierte deshalb an den UN-Sicherheitsrat, Sanktionen wie ein Waffenembargo oder das Einfrieren von Auslandskonten zu verhängen. "Wir müssen alles tun, um einen Völkermord in Zeitlupe zu verhindern", unterstrich die Ministerin.