Cannabis immer weiter verbreitet

Drogen

Das Rauschgiftmittel Cannabis findet in Deutschland eine immer größere Verbreitung. So hat nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) im Jahr 2001 mehr als Viertel der Bevölkerung unter 25 Jahren mindestens einmal Cannabis konsumiert. 1993 habe dieser Wert noch bei 16 Prozent gelegen. Besonders hoch sei der Cannabiskonsum bei Schülern der neunten und zehnten Schulstufe. Die Europäische Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen (ESPAD) 2004 weise dafür einen Anteil von knapp 31 Prozent aus. Das durchschnittliche Alter beim Erstkonsum von Cannabis sei zwischen 1993 und 2001 von 17,5 auf 16,5 Jahre gefallen, berichtet die DHS.

Um den Cannabiskonsum nicht über zu bewerten, hält dem der Verein die Fakten des Alkohol- und Tabakmissbrauches von Jugendlichen entgegen. Die ESPAD-Studie habe ergeben, dass der Cannabiskonsum für die weit überwiegende Mehrzahl aller Konsumenten ein vorübergehendes, an Jugend und jüngeres Erwachsenenalter gebundenes Phänomen sei. Als Einstiegsdroge zum Cannabis-Konsum gelten Zigaretten, die von 88 Prozent aller Cannabis-Konsumenten geraucht werden.

Die DHS nennt die Zahlen "alarmierend". Im Jahr 2003 hätten sich insgesamt 10.124 meist junge Menschen mit der Hauptdiagnose Cannabis in Betreuung von rund 700 ambulanten Suchthilfeeinrichtungen begeben. Wichtig sei dabei eine individuelle Therapie. "13-jährige Kiffer brauchen andere Hilfen als 20-jährige Cracker oder 30-jährige Fixer", erklärte DHS-Geschäftsführer Rolf Hüllinghorst. Er fordert für die Prävention, Therapieforschung und Therapie eine "ernsthafte, nationale Anstrengung" seitens der Politik.