Wachsende Armut durch Sozialreformen vorhergesagt

Getroffen

Wirtschaftsexperten prognostizieren eine Zunahme von Armut und Ungleichheit als Folge der Sozialreformen der Bundesregierung. Hartz IV und die Besteuerung der Renten werden vor allem die Alten und die Geringqualifizierten treffen, sagte der Freiburger Ökonom Bernd Raffelhüschen dem Berliner "Tagesspiegel am Sonntag". Klar sei: Die Ungleichheit werde zunehmen. Eine Alternative dazu sieht er aber nicht. In den letzten 30 Jahren habe es sich Deutschland leisten können, Arme durch Privilegien abzusichern. "Diesen Verteilungsspielraum haben wir nicht mehr."

Neue Beschäftigung als Folge der Reformen sei nicht in Sicht. Der Vizechef des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Ulrich Walwei, rechnet für das kommende Jahr im Schnitt mit gut 100.000 Arbeitslosen mehr. Für den Ökonomen Bert Rürup wird Hartz IV selbst in den neuen Bundesländern keine neuen Jobs bringen. "Dort gibt es einfach keine Stellen", sagte Rürup.