Misereor kritisiert Zunahme militärischer Interventionen

Andere Politik nötig

Das katholische Hilfswerk Misereor hat die wachsende Zahl militärischer Interventionen kritisiert. Der Krisenprävention müsse Vorrang eingeräumt werden. Das bedeute einerseits eine Stärkung der Entwicklungspolitik im Sinne der direkten Hilfe an schwache Staaten. Andererseits fordere es aber auch eine globale Strukturpolitik, die von den Industrieländern erhebliche Zugeständnisse und Veränderungen verlange.

Misereor-Hauptgeschäftsführer Josef Sayer forderte hinsichtlich in Fragen der Sicherheitspolitik eine stärkere Konzentration auf Entwicklungszusammenarbeit. "In Folge des 11. September kam es zu einer Fixierung auf militärisch definierte Sicherheit als zentrale Bezugsgröße internationaler Politik", sagte Sayer. Die Entwicklungspolitik drohe mehr und mehr in sicherheitspolitische Überlegungen eingebettet zu werden. Entwicklungsprozesse müssten aber weiterhin mit entwicklungspolitischen und diplomatischen Instrumentarien voran gebracht werden.

Mehr Mittel für Entwicklungszusammenarbeit forderte auch der Vorsitzende der Katholischen Zentralstelle für Entwicklungshilfe (KZE), Karl Jüsten. Der jetzige Haushaltsentwurf für 2005 mache es aber immer unwahrscheinlicher, dass Deutschland seine Zusagen zur Aufstockung der Entwicklungshilfe bis 2006 erfüllen werde.