Reaktoren in Lubmin vor Zerlegung

Atomkraft

Der Rückbau des stillgelegten Kernkraftwerks Lubmin bei Greifswald geht in seine heiße Phase. Nach umfassender Prüfung habe das Land Ende Juli die ferngelenkte Zerlegung der vier hoch verstrahlten Reaktorblöcke genehmigt, sagte der zuständige Abteilungsleiter im Schweriner Umweltministerium, Herbert Schattke, am Donnerstag. Den Plänen zufolge sollen zunächst die Reaktoren der Blöcke 1 und 2 in einem abgeschirmten Raum mit robotergestützter Zerlegetechnik in Einzelteile zerlegt werden. Die Segmente werden anschließend im benachbarten atomaren Zwischenlager Nord deponiert.

Die 12 Meter hohen und 235 Tonnen schweren Reaktordruckgefäße, in denen die Uran-Brennstäbe mit Neutronen beschossen wurden, sind in ihrem Inneren so stark radioaktiv verstrahlt, dass ein bloßes Vorbeigehen am geöffneten Behälter für den Betroffenen tödlich wäre. Unter dem Schutz meterstarker Beton- und Stahlwände der hermetisch abgeschlossenen Kraftwerksblöcke sollen die Druckgefäße deshalb von außen ferngesteuert zerlegt und in spezielle Transportbehälter verpackt werden. Das Verfahren war ein Jahr lang an einem Reaktor erprobt worden, der nie in Betrieb genommen wurde.

Das ehemals größte ostdeutsche Kernkraftwerk, dass etwa elf Prozent des Strombedarfs in der DDR deckte, war 1990 vom Netz gegangen. Seit 1995 werden die Anlagen zurückgebaut. Die Kosten dafür betragen insgesamt rund 3,2 Milliarden Euro.