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Entführter italienischer Journalist ermordet

Irak

Reporter ohne Grenzen ist erschüttert über den "barbarischen" Tod des italienischen Journalisten Enzo Baldoni. Der 56-jährige freie Journalist wurde letzte Nacht von seinen Entführern ermordet, meldeten der arabische Fernsehsender Al Dschasira und die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Die italienischen Behörden bestätigten diese Information und veruteilten die Hinrichtung Baldonis. Enzo Baldoni hat für das unabhängige Wochenmagazin Diario della Settimana gearbeitet.

"Wir sind erschüttert über das Vorgehen der Entführer", sagte die internationale Menschenrechtsorganisation zur Verteidigung der Pressefreiheit. "Wir sprechen der Familie und den Freunden Baldonis unser tiefes Mitgefühl aus und werden alles daran setzen, dieses Verbrechen aufzuklären und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen."

Baldoni ist seit dem 19. August vermisst worden. Eine Gruppe, die sich als "Islamische Armee im Irak" bezeichnet, übernahm am 24. August die Verantwortung für die Entführung. Sie forderte den Abzug der italienischen Truppen aus dem Irak binnen 48 Stunden und drohte mit der Ermordung des Journalisten.

Baldonis Frau und seine beiden Kinder haben sich am 25. August mit einem Aufruf im italienischen Fernsehen Rai Uno an die Entführer gewandt und versucht sein Leben zu retten. Der arabische Fernsehsender Al Dschasira hat den Appell ebenfalls verbreitet und Enzo Baldoni als "Mann des Friedens" bezeichnet, der aus humanitären Gründen aus dem Irak berichtet habe. Der Journalist hatte einen Hilfstransport des Roten Halbmondes und des italienischen Roten Kreuzes begleitet.

Gestern appellierte Reporter ohne Grenzen an Großajatollah Ali Sistani und forderte ihn auf, seine Autorität zu nutzen, um den Geiselnahmen ein Ende zu setzen, die die Kämpfe um Nadschaf begleiteten. Reporter ohne Grenzen betonte, dass Journalisten Zivilisten seien, die auf keinen Fall für Verhandlungen oder politischen Druck missbraucht werden dürften.

Von den beiden französischen Journalisten Christian Chesnot und Georges Malbrunot, die seit dem 19. August im Irak als vermisst gelten, fehlt nach wie vor jede Spur.

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