Umweltfreundliche Solar-Tastatur spart Batterien und Müll

IT und Umweltschutz

Eine wissenschaftliche Studie der Fachhochschule Amberg bestätigt der solar betriebenen Computertastatur der Cherry GmbH, dass damit energiepolitische Forderungen der EU erfüllt werden und alle Umweltrichtlinien eingehalten sind. Nach den zukünftigen gesetzlichen Bestimmungen muss ein Produkt der IT- und Telekommunikation eine Verwertungsquote (stoffliche und energetische Verwertung) von 75 Prozent und eine Recyclingquote (stoffliche Verwertung) von 65 Prozent des durchschnittlichen Gerätegewichts erfüllen können. Bei der Solar Tastatur sind 93 Prozent stofflich recycelbar.

Hintergrund für die Untersuchung sind zwei Richtlinien (WEEE, RohS) der Europäischen Union aus dem Jahr 2002, die hohe Anforderungen an die Umweltverträglichkeit von elektronischen und elektrischen Geräten stellen. Unter anderem sehen diese Richtlinien, die in Deutschland in kürze umgesetzt werden sollen, eine recyclingfreundliche Konstruktion der Geräte vor, vor allem aber verbieten sie den Einsatz bestimmter Schadstoffe, wie Blei, Cadmium oder einige bromierte Flammschutzmittel.

Auf diese Kriterien hin untersuchte eine Projektgruppe der Fachhochschule unter Leitung von Prof. Burkhard Berninger die Solar Tastatur von Cherry. Das Ergebnis fiel überwiegend positiv aus: So wurde die Tastatur vielfach mit Schnappverbindungen versehen, die wesentlich leichter lösbar sind als Verschraubungen oder Klebeverbindungen, weshalb die Studie der Cherry Tastatur auch eine recyclinggerechte Konstruktion bescheinigt. Der Rest kann, bis auf die Solarzelle, energetisch verwertet werden.

Chemische Analysen auf Schadstoffe in der Tastatur ergaben, dass die Cherry Tastatur kein Quecksilber, Cadmium, Chromat oder die bromorganischen Verbindungen PBB und PBDE enthält. Einzig die bleihaltigen Lötverbindungen auf der Leiterplatte sind noch zu ersetzen. Der Hersteller wird in Kürze auch dieses Problem lösen. Entsprechende Aktionen wurden bereits eingeleitet. Die Untersuchung konnte auch bestätigen, dass in den Kunststoffen grundsätzlich keine bromorganischen Flammschutzmittel eingesetzt werden - eine der Voraussetzungen dafür, das Umweltzeichen "Blauer Engel" verwenden zu dürfen. Den "Blauen Engel" erhielt Cherry für seine Tastaturen bereits 1994, als damals weltweit erster Tastaturenhersteller.

Nicht Teil der Studie, aber trotzdem erwähnenswert, ist das Einsparungspotenzial beim Batterieverbrauch. Statt der ca. 60 Batterien, die eine normale Funktastatur innerhalb von 5 Jahren verbraucht, benötigt die Solar Tastatur im gleichen Zeitraum nur vier Akkus. Wären alle seit dem Jahr 2002 verkauften Funktastaturen Solar Keyboards gewesen, würden sich damit bis zum Jahr 2007 weit mehr als 120 Millionen Batterien einsparen. Das sind fast 3000 Tonnen vermeidbarer Batteriemüll, von dem laut

Umweltbundesamt nur ein Drittel nach Gebrauch über Sammelstellen entsorgt wird, der Rest landet im Hausmüll.