Widerspruchsfrist zur Invers-Telefonauskunft läuft ab

Datenschutz

Telefonkunden müssen sich jetzt entscheiden, ob sie der Invers-Telefonauskunft "Name zur Rufnummer", mit der die Nutzung und Weitergabe ihrer gespeicherten Teilnehmerdaten möglich wird, widersprechen wollen. Die vierwöchige Widerspruchsfrist dazu läuft jetzt ab. Zwar ist der Widerspruch auch später noch möglich, die Daten könnten dann aber bereits veröffentlicht sein. Ulrike Höfken, verbraucherpolitische Sprecherin, der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen warnt davor, dass vielen Verbrauchern ihr Widerspruchsrecht gar nicht bekannt sei - trotz Aufklärung durch Verbraucherverbände, Verbraucherministerium und Bundesdatenschutzbeauftragten. Denn der Hinweis erscheine nur kleingedruckt auf der Telefonrechung als "Wichtiger Hinweis zur Auskunft über Ihren Namen und Ihre Anschrift".

Angesichts steigender Werbebelästigungen und florierendem Adresshandel müsse jede zusätzliche Datenweitergabe dringend überdacht werden, so Höfken. Die Adressdaten der Inverssuche könnten zum Beispiel für Werbeansprachen von Kunden in einzelnen Stadtgebieten verwendet und damit Werbepost gezielter adressiert werden. Auch die Bekanntgabe der Handynummer in Kontaktbörsen und Chatrooms im Internet könne demnächst unangenehme Folgen haben, wenn statt des telefonischen Flirts ein echter Besuch vor der Tür stehe.

Mit der Neuregelung des Telekommunikationsgesetzes war auf Druck von CDU/CSU und FDP im Vermittlungsverfahren die so genannte Inverssuche seit Juli möglich geworden. So kann mit Hilfe der Telefonnummer bei der Telefonauskunft künftig Name und Adresse des Nummerninhabers ermittelt werden.