Drogenkonsum kulturabhängig

Umweltfaktoren zählen

Beim Drogenkonsum gibt es kulturelle Unterschiede. "Die kulturelle Herkunft ist immer ein Faktor für Abhängigkeit", so Robert Newman, Direktor des Edmond de Rothschild Beth Israel Medical Center in New York. Beispielsweise gebe es in Österreich es vor allem die Alkoholsucht: Es werde zwar wenig über Alkohol geredet aber bereits zehn Prozent der Alkoholiker seien stark abhängig. Frauen trinken bei Problemen während Männer auch unbegründet trinken würden. "Erschreckenderweise sind mittlerweile auch schon zehnjährige Kinder an Alkohol und weichen Drogen wie Marihuana interessiert", sagte Michael Krausz, Herausgeber von European Addiction Research aus Deutschland. Abhängigkeiten entstünden nicht nur durch spezielle Erlebnisse sondern auch durch genetische-, kulturelle- und Umweltfaktoren.

Drogenkonsum und Abhängigkeit können als Konsequenzen einer schon existenten psychischen Krankheit entstehen. Oft werde Selbstmedikation angewendet um die Tatsache, dass es sich um eine Sucht handelt, zu verdrängen. "Personen, die starken Belastungen ausgesetzt werden, wie MigrantInnen, Flüchtlinge und traumatisierte Personen (PTSD) sind stark Drogen gefährdet", sagte Alfred Uhl vom Anton-Proksch-Institut.

Künftig soll nun die ethnische Herkunft in die Therapie eingebunden werden. Transkulturelle Kooperationen in der Suchtforschung mit unter anderem Vietnam, China und Russland könnten dabei helfen. Da zum Beispiel in Russland über zwei Millionen Menschen opiumsüchtig seien, bestünden in den genannten Gebieten bereits zahlreiche Erfahrungen mit Entzügen. Prävention sei auf Ebene der Erwachsenenbildung geplant.