Verbraucherzentrale empfiehlt Produkte aus gerechtem Handel

"Erstklassige Qualität"

Kaffee aus Mexiko, Kakao aus Ghana, Tee aus Indien und Orangensaft aus Brasilien: Produkte aus einem weltweiten Warenkorb leisten schon beim Frühstück belebende Dienste. Doch vielen Genießern ist nicht bewusst, dass sie ihren Kaffee oder Tee zu Lasten von Kleinbauern und Tagelöhnern in den armen Anbauländern schlürfen. "Verbraucher müssen jedoch nicht herkömmliche Muntermacher kaufen, die zu Dumpingpreisen produziert werden. Sie können mit der gezielten Wahl von Waren des fairen Handels einen Beitrag leisten, um die Situation von Produzenten in Entwicklungsländern zu verbessern", gibt die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein zu bedenken.

Durch den Anbau und Verkauf ihrer Produkte holen Kleinbauern in ärmeren Ländern oft nicht einmal ihre Kosten heraus. Um das Überleben von Familien zu sichern, sind deren Kinder gezwungen, häufig bis zu zehn Stunden am Tag mitzuarbeiten. Ein geregelter Schulbesuch ist so unmöglich. Mit einem gerechteren Produktions- und Vertriebssystem versucht der Faire Handel die Arbeitsbedingungen und Lebensgrundlage von Produzenten in Afrika, Asien und Lateinamerika zu verbessern. Festgelegte Mindestpreise und Fair-Trade-Aufschläge decken die Produktionskosten und sichern so die Existenz der Erzeuger. Die Kleinbauern erhalten so mehr Geld für ihre Produkte, als sie auf dem Weltmarkt bekommen. Außerdem werden ihnen lange Lieferbeziehungen ohne Zwischenhandel zugesichert. Mit den Mehreinnahmen verbessert sich nicht nur die wirtschaftliche Lage der Produzenten. Gleichzeitig wird ein Teil des Geldes auch in soziale Projekte wie Schulen und Krankenstationen investiert.

Dass der Handel tatsächlich mit rechten Dingen geschieht, darauf achtet der Verein zur Förderung des fairen Handels mit der Dritten Welt, der sein TransFair-Siegel nur an Produkte vergibt, die den Kriterien des fairen Handels entsprechen. Zu erkennen sind die Produkte am aufgedruckten TransFair-Siegel oder am Logo der Importeure des fairen Handels wie gepa, el-puente oder dritte welt-partner. Das TransFair-Siegel ist ein unabhängiges, international einheitliches Siegel für Fair-Trade-Produkte.

Verbraucher können ihrerseits mit der Produktwahl beim Einkaufen die Ziele des Fairen Handels unterstützen. In den meisten Welt- und Bioläden sowie in vielen Supermärkten gibt es bereits ein faires Angebot, für das Kunden jedoch ein wenig tiefer in die Tasche greifen müssen als für herkömmliche Produkte. Bei Kaffee, Tee, Kakao, Bananen, Schokolade, Orangensaft und Honig zahle man jedoch nicht nur für den humanen Zweck, sondern die fairen Waren würden auch in einer erstklassigen Qualität angeboten, betont die Verbraucherzentrale.

Kaffee stamme überwiegend aus hochwertigen Arabica-Bohnen, Schokolade werde aus Kakaobutter und Rohrzucker hergestellt. Die Produkte enthielten keine gentechnisch veränderten Zutaten und stammten häufig aus kontrolliert biologischem Anbau.