Süd-Darfur: Hilfe für Vertriebene noch immer unzureichend

Sudan

Die Hilfsmaßnahmen im sudanesischen Süd-Darfur reichen noch immer nicht aus, um die Vertriebenen angemessen zu versorgen. Dies zeigen Studien, die die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in den vergangenen Wochen in Vertriebenenlagern in Süd-Dafur durchgeführt hat. Die Unterernährungs- und Sterblichkeitsraten liegen demnach deutlich über dem Schwellenwert für eine akute Krise. Die Organisation warnt vor einer Verschlimmerung der Lage, wenn die Hilfe nicht ausgeweitet wird.

Im Vertriebenenlager Kalma bei Nyala haben rund 66.000 Menschen Schutz vor Gewalt gesucht. Ärzte ohne Grenzen behandelt dort derzeit 3.900 unterernährte Kinder. "Es ist eine Schande, dass die Vertriebenen noch immer ohne angemessene Nahrungs-mittel- und Sanitärversorgung leben, obwohl das Lager nur wenige Minuten von einem internationalen Flughafen entfernt liegt", sagte Vince Hoedt, Projektkoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Süd-Darfur. Die Menschen sind völlig abhängig von Nahrungsmittellieferungen.

Ärzte ohne Grenzen zufolge reichen sie noch immer nicht aus, um den Bedarf zu decken, zumal täglich mehr Menschen vor der anhaltenden Gewalt in die Lager fliehen. "Die internationale Gemeinschaft und die sudanesische Regierung haben es nicht geschafft, angemessen auf die Bedürfnisse der Vertriebenen zu reagieren", so Hoedt.

Eine Untersuchung, die Ärzte ohne Grenzen Anfang September 2004 in Kalma durchgeführt hat, zeigt, dass 23,6 Prozent der Kinder unter fünf Jahren unterernährt sind. Davon brauchen 3,3 Prozent sofortige Hilfe, um zu überleben. Gleichzeitig zeigt eine rückblickende Sterblichkeitsstudie, dass in den vergangenen sieben Monaten 2.500 Menschen starben, unter ihnen 1.100 Kinder. Diese Zahlen liegen weit über dem Schwellenwert für eine akute Krise. Zu den häufigsten Todesursachen im Lager Kalma gehören Durchfall und die Folgen von Gewalt.

"Die Situation ist immer noch dramatisch. Die Vertriebenen fühlen sich nicht sicher und haben Angst, in ihre Dörfer zurückzugehen, wo weiter Gewalt herrscht. Jeden Tag kommen mehr Menschen in den Lagern in Süd-Darfur an", sagte Vince Hoedt. "Solange die Hilfe nicht ausgeweitet und langfristig garantiert wird, sterben die Menschen weiterhin an vermeidbaren Krankheiten und Unterernährung." Mehr als 200 internationale und rund 2.000 sudanesische Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen helfen etwa 700.000 Vertriebenen an 26 Orten in der Provinz Darfur.